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Bielefeld (ots) - Das Dresdner Elbtal bleibt auf der Roten Liste
der gefährdeten Denkmäler. Das hat das Unesco-Komitee auf seiner
Sitzung im kanadischen Quebec entschieden. Ein Jahr haben Stadt und
Land somit noch Zeit, um den Titel Kulturerbe zu erhalten. Werden sie
die Zeit nutzen? Zweifel sind angebracht.
Die Zeichen stehen auf Sturheit. Kaum dass das Komitee das im Grunde
schon peinliche Urteil gefällt und damit eine letzte Chance
eingeräumt hat, zeigt sich die neue Bürgermeisterin uneinsichtig. Und
auch der Regierungssprecher pocht darauf, dass es der erklärte Wille
der Bürger sei, die umstrittene Brücke zu bauen.
»Wird schon gut gehen«, heißt da die Durchhalteparole. Das
Brückenbauwerk werde, wenn es denn fertig sei, schon gut in die
Landschaft einpassen, heißt es weiter. Klingt wie das berühmte
Pfeifen im Walde. Kein Wort davon, dass man ja vielleicht noch einmal
nachdenken könnte. Stattdessen weinerliches Gejammer über die Kosten,
selbstgewählte Kaninchenstarre und engstirniges Beharren auf einem
einmal gefassten Beschluss.
Warum nicht einen Tunnel unter der Elbe? Allen wäre geholfen, auch
der Fledermausart Hufeisennase. Schnell vergessen wären dann die
unglaublichen Versäumnisse der sächsischen Ämter und einiger
Würdenträger. Die Zeit zum Handeln ist kurz, aber noch ist Raum
genug, um sich vor einer endgültigen Blamage zu bewahren.
Originaltext: Westfalen-Blatt
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