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Schlechte Ausbildung und Outsourcing größte Gefahren für Journalismus

Von Homepage NewsAktuell/Ots - Freitag, 9. Mai, 11:29 Uhr

Hamburg (ots) -

- Querverweis: Grafiken sind unter

http://www.presseportal.de/grafiken abrufbar -

Eine schlechte Ausbildung und das Outsourcing von Redaktionen

sehen Journalisten als größte Gefahren für den etablierten

Journalismus an. Dies ist ein Ergebnis aus dem jüngsten

Medien-Trendmonitor der dpa-Tochter news aktuell und Faktenkontor.

Der Medien-Trendmonitor ist eine regelmäßige Online-Befragung und

untersucht aktuelle Trends und Entwicklungen im Journalismus.

Insgesamt haben über 3.000 Redakteure und freie Journalisten an der

Befragung teilgenommen.

Die Mehrheit der Redakteure (rund 59 Prozent) sieht eine schlechte

Ausbildung als größte Gefahr für den etablierten Journalismus. Das

Outsourcing von Redaktionen sowie die Abkehr der jüngeren Generation

vom Qualitätsjournalismus (jeweils fast 59 Prozent) werden von den

Befragten beinahe ebenso oft genannt. Für deutlich weniger, nämlich

43 Prozent der Journalisten, sind die sinkenden Auflagen am

gefährlichsten. Im Bürgerjournalismus in Form von "User Generated

Content" sehen die Medienvertreter tendenziell kaum oder gar keine

Gefahr (54 Prozent). Rund 43 Prozent geben hingegen an, dass diese

Form der Berichterstattung eine mittlere oder große Gefahr für den

etablierten Journalismus darstellt.

Die gedruckte Zeitung bleibt weiterhin das wichtigste Medium: Eine

klare Mehrheit der Journalisten (fast 80 Prozent) ist der Meinung,

dass das Internet die gedruckte Zeitung als maßgebliches Leitmedium

nicht abgelöst hat. Nur rund 17 Prozent gehen davon aus, dass das

Internet bald zum wichtigsten Medium wird und somit die Stellung der

gedruckten Zeitung einnimmt. Auffällig ist, dass Journalisten aus dem

Online- und Multimediabereich dem Web eine besondere Relevanz

einräumen: Hier meinen immerhin rund 13 Prozent der Befragten, dass

die gedruckte Zeitung als Leitmedium bereits vom Internet abgelöst

worden ist.

Dass Verlage in zunehmendem Maße in Internetangebote investieren,

begrüßt ein Großteil der Journalisten. Knapp die Hälfte (48 Prozent)

sagt, dass wer jetzt nicht mitzieht und ins Internet investiert, in

Zukunft verloren hat. Rund ein Drittel gibt an, dass es mittelfristig

auch lukrative Erlösmodelle im Internet geben wird. Gleichzeitig sind

rund 24 Prozent der Befragten der Ansicht, dass die wachsenden

Umsätze mit Online-Werbung die Investitionen in Web-Angebote sichern

werden.

Web 2.0-Angebote sind im journalistischen Alltag eher geringfügig

bedeutend: Zwei Drittel der Befragten räumen dieser Technologie eine

geringe oder gar keine Relevanz ein. Redakteure aus dem Online- und

Multimediabereich haben zu Web 2.0 ein anderes Meinungsbild: Hier

bezeichnet die Hälfte (51 Prozent) diese Angebote als wichtig.

Weitere Ergebnisse des Medien-Trendmonitors:

* Ein Großteil der befragten Redakteure (69 Prozent) ist mit dem

Beruf zufrieden. Dabei spielt das Gehalt eine wichtige Rolle: 27

Prozent der Journalisten mit einem monatlichen Brutto-Einkommen von

weniger als 1.500 Euro sind mit ihrer beruflichen Situation

unzufrieden. Als wichtigste Gründe für die Berufszufriedenheit werden

"Freude an der Arbeit", "interessante und vielseitige

Arbeitsaufgaben" sowie "genügend Freiräume, um die Arbeit kreativ zu

gestalten" genannt.

* Knapp 60 Prozent der Medienvertreter geben an, dass ihr Gehalt

in den letzten drei Jahren etwas oder sogar deutlich gestiegen ist.

Bei lediglich rund 9 Prozent ist das Einkommen eher gesunken.

* Rund die Hälfte der Journalisten (49,5 Prozent) sieht Videos als

normale Inhalte des Internets an. Fast jeder Fünfte (18,5 Prozent)

glaubt sogar, dass das klassische Fernsehen irgendwann durch das

Internet ersetzt wird.

* Nur 30 Prozent der Redakteure glauben, dass die deutschen

Verlage und Medienunternehmen für die digitale Zukunft gut bis sehr

gut gerüstet sind. Dagegen attestiert die überwiegende Mehrheit den

Verlagen, nur mäßig oder gar schlecht für die digitalen

Herausforderungen gewappnet zu sein.

Alle Ergebnisse des Medien-Trendmonitors als PDF (1,6 MB):

http://www.newsaktuell.de/pdf/medientrendmonitor032008.pdf

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