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Nachrichten aus Berlin - Wissenschaft: Zwei Millionen Euro Förderung für Berliner Hirnforscher

NewsAktuell/Ots - Mittwoch, 9. Juli, 16:19 Uhr

Berlin (ots) - Das Bundesministerium für Bildung und Forschung

(BMBF) unterstützt das Bernstein Zentrum für Computational

Neuroscience Berlin (BCCN Berlin) mit weiteren zwei Millionen Euro.

Die Fördermittel dienen der Beschaffung eines

Magnetresonanztomographen (MRT), eines modernen Großgerätes zur

Erforschung des menschlichen Gehirns. Das Fördervolumen des BCCN

Berlin konnte dadurch um 20 Prozent erhöht werden.

Mit der so genannten funktionellen Magnetresonanztomographie

(fMRT)können Wissenschaftler dem menschlichen Gehirn direkt bei der

Arbeit zusehen. Mit dieser Technik lässt sich messen, welche Bereiche

des Gehirns aktiv sind, wenn ein Proband bestimmte Aufgaben ausführt

oder Sinnesreize verarbeitet. Weil mit der fMRT Messungen ohne

Eingriffe am intakten, denkenden menschlichen Gehirn möglich sind,

gelten solche Messverfahren als zentrale Zukunftstechnologie in den

Neurowissenschaften.

"Dadurch können wichtige Fragen zum Zusammenhang zwischen Gedanken

und Hirnaktivität untersucht werden: Wie entstehen Entscheidungen im

Gehirn? Wo im Gehirn werden Absichten abgespeichert? Was ist

Bewusstsein?", sagt Professor John-Dylan Haynes, Koordinator für

funktionelle Bildgebung am BCCN Berlin. Mit dem neuen Gerät soll der

Forschungsbereich "Computational Neuroimaging" im Zentrum

entscheidend gestärkt werden. Hierunter versteht man die Kombination

innovativer mathematischer Verfahren mit Daten aus der funktionellen

Bildgebung, insbesondere der fMRT. "Dies soll zur Entwicklung neuer

technologischer Anwendungen wie zum Beispiel Neuroprothesen oder

Implantaten führen. In Zukunft sollen so beispielsweise Armprothesen

mit Gedankenkraft gesteuert werden", erklärt Haynes.

Das Bernstein Zentrum Berlin ist ein Verbundprojekt, benannt nach

Julius Bernstein, dem Begründer der "Membrantheorie". Am BCCN Berlin

sind die Humboldt-Universität zu Berlin, die Technische Universität

Berlin, die Freie Universität Berlin, die Charité, das Max-Delbrück

Zentrum, das Fraunhofer First und das Wissenschaftskolleg zu Berlin

beteiligt. Es gehört zum "Nationalen Netzwerk für Computational

Neuroscience" (NNCN) und wurde im Jahr 2004 zusammen mit vier anderen

Bernstein Zentren durch die Förderung des BMBF gegründet.

Berlin, 09. Juli 2008

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Originaltext: Nachrichten aus Berlin - Wissenschaft

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