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Bei der Fotografie mit Weitwinkelobjektiven ergibt sich eine störende Verzerrung der Motive am Rand des Bildes. Der Grund dafür ist, dass durch die Objektive die Lichtstrahlen in minimal unterschiedlichen Winkeln auf den Sensor fallen, wodurch sich die Verzerrung ergibt. Eine neue Generation von Kameras, deren Vorbild das menschliche Auge ist, könnte dies in Zukunft verhindern. Das Sehorgan des Menschen ist so aufgebaut, dass es - sofern es gesund ist - über das gesamte Gesichtsfeld ein scharfes und verzerrungsfreies Bild liefert. Das einfallende Licht wird im Auge so auf den für das Sehen empfindlichen Bereich verteilt, dass Randverzerrungen ausgeglichen werden und die Abbildung maßstabgetreu erfolgt. Dies ist möglich, weil im Sehorgan keine geraden Flächen an der Bildentstehung beteiligt sind, wie es bei derzeitigen Kameras der Fall ist.
US-amerikanische Forscher der University of Illinois haben jetzt nach diesem Grundprinzip eine gekrümmte Sensorfläche für Kameras entwickelt. Hierfür mussten sie technische Hürden meistern, denn herkömmliche elektronische Bauteile können nicht einfach gebogen werden. Sobald auch nur die geringste Krümmung vorliegt, versagen die Elemente. Die Wissenschaftler haben die Bauteile deshalb extrem verkleinert, so dass diese aufgrund der Miniaturisierung die Verbiegung nicht mehr registrieren. Mit Hilfe dieser winzigen Elektronik ist es den Forschern gelungen, eine halbkugelförmige und elastische Membran zu bauen, die zukünftig in Kameras integriert werden könnte. Mit dieser "Augen-Kamera" sind bereits erste Bilder angefertigt worden, die vielversprechende Ergebnisse zeigen. Ihre Forschungsergebnisse haben die Experten jetzt im Fachmagazin "Nature" veröffentlicht.
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