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Eierstockkrebs: Tödliche Gefahr im Unterleib

Global Press - Donnerstag, 24. Juli, 10:35 Uhr

Rund 8 000 Frauen erkranken jährlich an Eierstockkrebs. Meist wird das sogenannte Ovarialkarzinom jedoch erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt, weil Frauen die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung meiden. Dabei sind rund zehn Prozent der Betroffenen jünger als 45 Jahre. Dabei können in zeitlichen Abständen durchgeführte Kontrollen schützen und Leben retten.

Die weiblichen Eierstöcke beherbergen die Eizellen, von denen mit Eintritt der Pubertät noch bis zu 500 000 Stück existieren. Bis zu den Wechseljahren nimmt ihre Zahl ab. Die Zellen wachsen oder teilen sich nur, wenn der Organismus dies beispielsweise bei einer Schwangerschaft erfordert. Kommt es jedoch zu unkontrollierten Zellteilungen, entsteht überschüssiges Gewebe. Diese Geschwülste sind bei jüngeren Frauen unter 30 Jahren meist gutartige Zysten, die normalerweise von selbst wieder verschwinden. Es kann allerdings auch der Beginn von Eierstockkrebs sein, was der Frauenarzt überprüfen sollte.

Die genauen Ursachen für das Karzinom sind noch weitgehend unbekannt. Das Krebsrisiko reduzieren können neben einem gesunden Lebensstil vor allem die Einnahme der Pille und eine Schwangerschaft. Während dieser Zeit wird die Eireifung über Monate bis hin zu Jahren unterdrückt, Zellwucherungen sind kaum möglich. Besonders gefährdet sind dagegen Frauen über 60 Jahre sowie Brustkrebspatientinnen, die zu einem späteren Zeitpunkt auch noch mit dem Krebs im Unterleib kämpfen müssen. Wer in seiner Familie einen Angehörigen mit einem Krebsleiden hat, weist ebenfalls ein erhöhtes Krankheitsrisiko auf.

Bemerkbar macht sich die Krankheit durch Unterleibschmerzen sowie ein Druck- und Völlegefühl, wobei dies laut dem Berufsverband der Frauenärzte nicht unbedingt auf eine bösartige Erkrankung hindeuten muss. Kommen allerdings Durchfälle und Verstopfung, Gewichts- und Appetitverluste sowie häufiges Wasserlassen hinzu, sind dies Indizien für einen sich ausbreitenden Tumor, der auf Blase und Darm drückt. Blutungen und Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum lassen vermuten, dass auch andere Organe vom metastasierenden Eierstockkrebs befallen sind.

Eine regelmäßige Beckenuntersuchung kann bereits frühzeitig die Krankheit erkennen, allerdings ist diese Methode nicht absolut zuverlässig. Ultraschall oder Computertomografie sowie eine Blutuntersuchung, bei der nach dem Tumormarker CA-125 gesucht wird, verbessern die Nachweisbarkeit des Ovarialkarzinoms. Am sichersten ist jedoch eine Gewebeentnahme, eine sogenannte Biopsie. Wird Krebs entdeckt, hilft meist nur eine Entfernung von Eierstöcken, Eileiter, Gebärmutter und benachbarten Lymphknoten. Ist der Befund bösartig, wird sogar eine Strahlen- und Chemotherapie erforderlich, wobei alle Maßnahmen mit dem Frauenarzt abgesprochen werden. Nur ein Eierstock kann beispielsweise bei gutartigem Krebs entfernt werden, so dass die Patientin fruchtbar bleibt. Dafür sind allerdings regelmäßige und frühzeitige Kontrollen nötig. Benjamin Palm/mp

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