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Jeder Zehnte versteht Beipackzettel nicht

Global Press - Freitag, 27. Juni, 16:09 Uhr

Bei der Einnahme von Medikamenten hat der Patient häufig einen großen Informationsbedarf. In Deutschland ist der Arzt der wichtigste Berater bei den Medikamenten. Das ist das Ergebnis des DAK-Gesundheitsbarometers, bei dem 1 006 Personen befragt wurden. Demnach fühlen sich 80 Prozent am besten durch den Mediziner informiert. 49 Prozent setzen außerdem auf die Beratung durch den Apotheker, der Beipackzettel ist für knapp ein Drittel der Befragten eine wichtige Informationsquelle. Dem Internet trauen nur 17 Prozent eine maßgebliche Rolle bei der Beschreibung der Arzneimittel zu.

Immer öfter wird in den Arztpraxen über sogenannte Generika gesprochen. Das sind Präparate, die die gleichen Wirkstoffe wie das gewohnte Markenmedikament enthalten, aber günstiger sind. 71 Prozent der Befragten würden die Alternativmittel benutzen, wenn der Arzt diese empfiehlt. Dabei sind 50 Prozent der Patienten davon überzeugt, dass Generika ebenso gut wirken wie das Original. Für 40 Prozent ist der günstige Preis ausschlaggebend.

Ist ein Medikament gekauft worden, ist der Beipackzettel für viele Erkrankte ein Ärgernis. Nicht einmal die Hälfte der Befragten liest sich die Informationen durch. Von diesen überfliegen 22 Prozent den Text nur und 40 Prozent lesen lediglich einzelne Abschnitte, die besonders wichtig zu sein scheinen. Jeder zehnte Befragte gibt zudem an, die Packungsbeilage in der Regel nicht zu verstehen. Viele Hersteller fertigen eine lange Liste mit allen möglichen Hinweisen an, um sich rechtlich vor Schadenersatzansprüchen zu schützen. Zahlreiche Patienten sind dadurch verunsichert und auf eine Erläuterung der Informationen durch ihren Arzt oder Apotheker angewiesen. Nachzufragen kann in manchen Fällen sehr wichtig sein, um negative gesundheitliche Folgen zu vermeiden. Deshalb sollten sich die Betroffenen nicht davor scheuen, die Experten bei Unklarheiten anzusprechen.

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