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Viele Frauen wollen ihre Brust vergrößern lassen. Häufig scheuen die Betroffenen aber einen operativen Eingriff. Ein neues Verfahren verspricht einen größeren Busen ohne Operation und Narben: die Brustvergrößerung mittels Injektion von Hyaloronsäure. Allerdings warnt die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) jetzt vor der Methode.
Hyaloronsäure wird bereits seit Jahren zur Anhebung von eingesunkenen Hautpartien wie Narben oder tiefen Falten genutzt. Die Substanz aus Kohlehydraten und Aminosäuren gilt als gut verträglich, da sie im menschlichen Körper auch natürlich, beispielsweise als Gelenkschmiere, vorkommt. Unter das Brustdrüsengewebe gespritzt, soll sie eine Füllwirkung entfalten können, die die Brust ohne Hautschnitte vergrößert. Da sich die Substanz nach einiger Zeit abbaut, muss das Verfahren allerdings etwa alle drei Jahre wiederholt werden.
Die DGPRÄC warnt nun, dass es an empirischen Langzeitstudien zu dem Thema fehle. Zwar wird die Hyaloronsäure zur Faltenunterspritzung bereits lange genutzt, bei der Brustvergrößerung ist die Injektion der Substanz allerdings eine Neulandmethode. Die Patientinnen handeln dabei auf eigene Verantwortung. Ob im Falle einer Komplikation die Haftpflichtversicherung des Arztes anfallende Kosten zahlt, ist fraglich. Kommt es nach der Anwendung aufgrund von gesundheitlichen Problemen zu medizinischen Folgekosten, kann das für die Frauen unter Umständen teuer werden. Die Krankenkassen sind gesetzlich dazu verpflichtet, die Patienten an diesen Leistungen zu beteiligen, wenn der Eingriff nicht unbedingt notwendig war.
Zudem ist beim Brustaufbau eine wesentlich größere Menge der Substanz erforderlich als bei der Faltenbehandlung, nämlich rund 250 ml statt 1 ml. Es könnte deshalb zu Abwehrreaktionen des Körpers wie beispielsweise der Bildung von Zysten kommen. Das wäre nicht nur wegen möglicher Folgeschäden und der entstehenden Kosten problematisch. Es wäre außerdem auch schwieriger, Brustkrebs zu erkennen und von unproblematischen Gewebsneubildungen zu unterscheiden. Außerdem ist nicht klar, ob sich der Stoff in großer Menge vollständig abbaut oder ob es zu Verhärtungen kommt. Es sei deshalb ratsam, bei Bedarf auf herkömmliche und gut erforschte Methoden wie beispielsweise Silikonimplantate zurückzugreifen.
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