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Der wohl größten Gefahr sind Schüler auf dem Weg zur Lehranstalt und anschließend wieder zurück nach Hause ausgesetzt. Zwar kam es 2007 im Vergleich zum Vorjahr seltener zu Unfällen auf dem Schulweg: So wurden 119 462 Fälle gemeldet, was einem Rückgang um 4,3 Prozent entspricht. Die Zahl der tödlichen Unfälle von Schülern änderte sich dagegen nicht wesentlich: Im Jahr 2007 starben 59 Kinder und Jugendliche auf dem Weg zur Schule oder nach Hause.
Wegen der Gefahr bringen immer mehr besorgte Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Lehranstalt und fördern damit ungewollt den bereits zu häufig vorkommenden Bewegungsmangel, aber auch die Unselbstständigkeit ihrer Kinder. Dabei bietet der Weg zur "Penne" mit dem Fahrrad oder zu Fuß neben der Gefahr auch viel Gutes. Die Bewegung kann einiges verhindern, beispielsweise Übergewicht oder Haltungsschäden, die bereits fast die Hälfte aller Kinder zwischen sieben und 14 Jahren aufweisen.
Gleichzeitig kann gerade Bewegung, auch die auf dem Schulweg, Unfällen vorbeugen. Durch jede Art von körperlicher Aktivität werden vielfältige und zahlreiche motorische Erfahrungen gesammelt und gelernt, die eigenen Fähigkeiten richtig einzuschätzen. In Kombination mit einer gesunden Ernährung sorgt die Bewegung zudem für eine höhere Lernfähigkeit. Einen psychologischen Effekt hat die "Wegbewältigung" auch: Sie fördert ein Stück weit die Selbstständigkeit der Kleinen und damit das Vertrauen in die eigene Person.
Um die Gefahren im Straßenverkehr zu minimieren, sollten Eltern mit Kindern im Grundschulalter den Schulweg üben und ihnen dabei einige Regeln vermitteln: So ist zum Überqueren der Straße eine Ampel zu wählen, auch wenn damit ein Umweg verbunden ist. Zeigt die Ampel für Fußgänger grün, darf das Kind nicht sofort losstürmen, sondern sollte erst warten, bis wirklich alle Autos zum Stillstand gekommen sind. Besondere Vorsicht gilt zudem bei abbiegenden Fahrzeugen sowie an Zebrastreifen. Darauf müssen die Sprösslinge ausdrücklich hingewiesen werden. Ferner ist dem Kind zu erklären, dass eine Straße niemals zwischen parkenden Autos, sondern nur an übersichtlichen Stellen zu überqueren ist. Für den morgendlichen Weg zur Schule ist stets genügend Zeit einplanen - andernfalls riskiert das Kind, gefährliche Abkürzungen zu nehmen, um eine Verspätung zu vermeiden.
Ebenfalls zu proben sind Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Schulbus. Dabei kann dem Kind gezeigt werden, wo es sich festhalten kann, wenn kein Sitzplatz mehr frei ist. Nach dem Aussteigen gilt die Regel: Erst dann die Straße überqueren, wenn der Bus abgefahren ist und kein anderes Fahrzeug mehr kommt. Der Wechsel auf eine weiterführende Schule ist meist auch mit einem neuen Schulweg verbunden, den Eltern ebenfalls wenigstens einmal mit ihren Kindern gemeinsam gehen sollten.
Beim Üben des Weges sollten Eltern außerdem bedenken, dass gerade kleinere Kinder eine eingeschränkte Wahrnehmung besitzen, so dass Situationen und Reize der Umgebung anders auf den Nachwuchs wirken als auf Erwachsene. Bis zum Alter von sieben oder acht Jahren ist es Kindern nicht möglich, vorausschauend zu handeln. Zudem glauben sie häufig, dass ihr Blickfeld dem der Autofahrer entspricht. Daher ist es wichtig, die Kleinen auf die Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam zu machen und ihnen die Sicht der motorisierten Verkehrsteilnehmer zu erklären.
Für ältere Schüler kann der bekannte Schulweg ebenfalls gefährlich sein. Gerade wenn eine jahrelange Routine die Achtsamkeit schrumpfen lässt, ist die Gefahr groß. Daher ist besonders an Kreuzungen und stark befahrenen Straßen aufzupassen. Hinzu kommt, dass viele Jugendliche gern cool wirken möchten und dafür beispielsweise rote Ampeln ignorieren. Eltern können hier eventuell etwas erreichen, indem sie an das Verantwortungsgefühl der Heranwachsenden appellieren und auf ihre Vorbildfunktion für jüngere Schüler aufmerksam machen. Unter Umständen finden sie es viel cooler ein gutes Vorbild zu sein. Silke Koppers/mp
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