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Ameisen werden von Essbarem geradezu magisch angezogen. Außerdem lieben sie warme Orte mit Ritzen zum Verstecken, um dort ihre Kolonien zu errichten. Im Freien betriebene Notebooks bieten ihnen beides - und die Krabbeltiere wissen das zu nutzen.
Wenn im Sommer wieder vermehrt draußen mit dem mobilen Computer gearbeitet wird, können die zwischen die Tastatur geratenen Brötchenkrümel rasch zur Futterquelle für Ameisen werden. Auf der Suche nach weiterer Nahrung krabbeln sie zwischen die Tasten. So lange sich die Insekten nur oberflächlich auf dem Notebook aufhalten, können sie vergleichsweise leicht wieder vertrieben werden. Sie lassen sich mit einem Tuch vorsichtig herunterwischen, wenn sie es sich nicht bereits zwischen den einzelnen Tasten bequem gemacht haben. Um die Tiere zu vertreiben, eignen sich auch Tastaturreiniger, bei denen komprimierte Luft mit hohem Druck aus einer Sprühflasche geblasen wird. Hiermit können die Ameisen sogar aus den Zwischenräumen der Tastatur gepustet werden.
Während eines Urlaubs in tropischen Regionen könnten Ameisen einen mobilen Computer über Nacht nicht nur oberflächlich erobern - und das sogar in einem Bungalow. In Australien, Asien oder in der Karibik kommt es vergleichsweise häufig vor, dass die kleinen Krabbler auf der Suche nach einem neuen Platz für eine Kolonie ein Notebook erkunden. Sie finden dort Wärme vor und außerdem Ritzen, in denen sie sich verstecken können. Durch USB-Anschlüsse und Co. fällt es ihnen leicht, in das Innere des Computers vorzudringen.
Ist ein Notebook von Ameisen besiedelt worden, sollte es nicht mehr eingeschaltet werden. Die Insekten könnten auf der Suche nach Nahrung Isolierungen zerbissen oder diese mit ihrer ätzenden Säure beschädigt haben, wodurch Kurzschlüsse entstehen können. Um die Tiere wieder loszuwerden, sollte das Gerät nicht mit einem Insektengift besprüht werden. Die Feuchtigkeit könnte der Elektronik schaden. Sicherer ist es, das Notebook in eine luftdichte Tüte zu packen und darin mindestens eine Woche oder noch besser bis zur Rückkehr nach Hause zu belassen. Den Insekten geht die Luft aus und sie ersticken. Im Notfall kann ein wenig Insektengift in die Tüte gesprüht werden, wobei darauf zu achten ist, den Strahl nicht auf das Notebook zu richten. Anschließend sollte die Tüte einige Stunden fest verschlossen bleiben.
Eine gründliche Reinigung des Gerätes nebst Überprüfung durch einen Fachmann ist der nächste Schritt, bevor das Notebook wieder in Betrieb genommen werden kann. Im Urlaub dürfte dies dann häufig nicht mehr möglich sein, aber spätestens in der Heimat kann der Computer von einem Experten innerlich von den toten Tieren befreit werden.
Im Süden der USA terrorisieren aus einem fremden Land eingeschleppte Ameisen nicht nur Notebook-Besitzer. Dort haben sich die Insekten als krabbelndes Sicherheitsrisiko für alle Arten elektronischer Geräte erwiesen, sogar elektrische Pumpen sind vor den Ameisen nicht sicher. Die Tiere sollen im Jahr 2002 als blinde Passagiere mit einem Frachtschiff nach Texas gekommen sein und breiten sich seitdem dort aus. Privathaushalte und Firmen haben unter dieser neuen Bedrohung für ihre IT-Geräte und Unterhaltungselektronik zu leiden. In der Vergangenheit sollen die Ameisen laut dem Center for Urban & Structural Entomology in einigen Fällen für Schäden im Wert einiger Tausend US-Dollar gesorgt haben. Gaby Schulemann-Maier/cid

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