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Kindern die Wahl der Sportart selbst überlassen

Global Press - Donnerstag, 15. Mai, 11:35 Uhr

Bewegung ist gut für Körper und Geist: Diese Weisheit führt oftmals dazu, dass Eltern ihre Sprösslinge zum Sport zwingen. Ob das Fußballtraining nach der Schule, der Schwimmunterricht am Nachmittag oder die gemeinsame Radtour in den Abendstunden - der Terminkalender von Kindern strotzt häufig nur so von Sportaktivitäten. Dabei können Zwang und Überforderung zu Angstvorstellungen, chronischer Bewegungsunlust und bleibenden Schäden führen.

Eltern sollten niemals von den eigenen Interessen und Fähigkeiten auf die ihrer Kinder schließen. Der Sohn eines Fußballers kann Ballsportarten verachten, die Kleinsten einer Schwimmerfamilie können Angst vor Wasser haben. Die Erziehungsberechtigten sollten daher stets auf die Reaktionen und Aussagen ihres Kindes achten, statt sie zu falschen Sportarten zu nötigen. Auch ein Vergleich mit anderen Kindern derselben Altersgruppe ist unangebracht und nahezu unmöglich. "Jedes Kind entwickelt sich in einem anderen Tempo", erklärt Dr. Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Während die einen bereits in ihrem ersten Fußballverein aktiv sind, kann sich bei den anderen gerade erst die Lust an zaghaften Turnübungen entwickeln.

Manche Zwei- bis Dreijährige können mit ihren Eltern bereits einfache Gymnastikübungen machen. Im Alter zwischen vier und sechs Jahren sind erste Spiele mit dem Ball, Seil springen und das Erlernen des Radfahrens mit Stützrädern möglich. Die motorischen Fähigkeiten für Mannschaftssportarten entwickeln sich jedoch erst mit rund sieben Jahren. Persönliche Interessen können sich in dieser Zeit gezielt herausbilden, wenn den Kindern die Möglichkeit zum Ausprobieren verschiedener Sportarten gegeben wird. Ab einem Alter von zehn Jahren können die Heranwachsenden eventuell bei Wettkämpfen mitmachen oder gezielt ein Lauftraining absolvieren. Wichtig ist in jedem Fall, dass den Sprösslingen genügend zeitlicher Freiraum bleibt und ihr Terminplan nicht zu sehr mit Sportaktivitäten überfrachtet wird.

Sport kann auch unglücklich machen. Entwickelt sich eine dauerhafte Frustration, wenn der junge Sportler nicht immer an der Spitze liegt, ist das Tempo zu drosseln oder über einen Wechsel der Sportart nachzudenken. Eltern sollten ihr Kind daher genau beobachten und sich auch die Trainingsmethoden vor Ort anschauen. Nur wenn der Trainer für die Einhaltung der Regeln sorgt und die nötige Sportausrüstung wie Beinschoner oder Helme bereitstellt, ist das Kind in guten Händen. Auch vernünftige Übungsprogramme beispielsweise zum Aufwärmen oder Auslaufen zeugen von der Kompetenz des Spielleiters wie auch des gesamten Vereins. Unnötige Verletzungen werden so vermieden und der Spaß am Sport kann lange anhalten.

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