Global Press
Menschen mit einer unheilbaren Krankheit werden in der letzten Phase ihres Lebens häufig ungewollt ins Krankenhaus eingewiesen. Ihre Wünsche werden oft nicht angemessen berücksichtigt, weil beispielsweise Notärzte in Krisensituationen kaum Zeit haben, um langwierig Informationen zum Patientenwillen einzuholen. Auf einer optisch auffälligen "gelben Karte" sollen die Betroffenen deshalb in Zukunft eintragen können, wenn sie im Notfall keine lebensverlängernden Maßnahmen wollen.
Für den Arzt, der im Krisenfall sofort über die Behandlung wie beispielsweise eine Herz-Lungen-Wiederbelebung entscheiden muss, soll das Papier einen schnellen Überblick über den Patientenwillen geben und damit Entscheidungshilfe sein. Mediziner haben den sogenannten Göttinger Palliativkrisenbogen jetzt in der Fachzeitschrift "DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift" vorgestellt. Er soll als Ergänzung und Zusammenfassung einer Patientenverfügung dienen. Die gelbe Karte gibt an, ob der Betroffene eine Patientenverfügung verfasst oder eine Vorsorgevollmacht ausgestellt hat. Zudem werden die wichtigsten Kontrollpersonen genannt.
Damit der Notarzt den Inhalt der Karte beachtet, ist sie mit einem möglichst aktuellen Datum zu versehen. Notfallmediziner Dr. Christoph Wiese rät Menschen mit unheilbaren Erkrankungen dazu, ihre dokumentierten Entscheidungen alle sechs Monate zu überdenken. In der letzten Lebensphase ist die Karte nach Möglichkeit wöchentlich zu aktualisieren, wobei der Hausarzt den Patienten beraten und unterstützen kann.

Copyright © 2008 Yahoo! Alle Rechte vorbehalten.