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An chronischen Schmerzen leiden etwa drei Viertel der mehrfach behinderten Kinder in Deutschland. Für viele der Betroffenen ist dieser Zustand besonders schlimm, weil sie den Ärzten nichts über ihre Beschwerden mitteilen können. Dadurch wird die Suche nach der Ursache deutlich erschwert. Zudem werden viele der Kinder nicht ausreichend mit Schmerzmitteln versorgt.
Bei der Suche nach den Gründen für die chronischen Schmerzen sind die Mediziner meistens auf die Angaben der Eltern angewiesen, auch die Mimik der Kinder kann weiterhelfen. Die Ursache für die Beschwerden kann bei den Kindern ganz unterschiedlich sein, häufig sind viele verschiedene Faktoren beteiligt. So haben laut "Ärzte Zeitung" rund 60 Prozent der Betroffenen mit schweren Bewegungsstörungen aufgrund einer frühkindlichen Hirnschädigung (Zerebralparese) bis zum achten Lebensjahr mindestens eine orthopädische Operation erlebt. Auch zahnärztliche oder neurochirurgische Eingriffe können bleibende Schmerzen verursachen. Knochenbrüche, Fehllagerungen oder falsche Hilfsmittel kommen ebenfalls als mögliche Ursache in Frage.
Viele mehrfach behinderte Kinder werden schmerztherapeutisch nicht ausreichend behandelt. "Je schwerer die Behinderung, desto geringer die Versorgung mit Opioiden", erklärt Privatdozent Boris Zernikov von der Universität Witten/Herdecke. Viele Eltern von verstorbenen Patienten hätten berichtet, dass ihre mehrfach behinderten Kinder am Lebensende nur unzureichend mit Schmerzmitteln versorgt worden sind.

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