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Commerzbank steht im Zeichen des Führungswechsels

DPA - Montag, 12. Mai, 09:38 Uhr

Frankfurt/Main (dpa) - Ganz im Zeichen des Führungswechsels steht die Hauptversammlung der Commerzbank an diesem Donnerstag (15.5.).

Der Chef der zweitgrößten deutschen Bank, Klaus-Peter Müller (63), wird im Rahmen des Aktionärstreffens in Frankfurt die Geschäfte an seinen Vorstandskollegen Martin Blessing (44) übergeben und selbst in den Aufsichtsrat des DAX-Konzerns wechseln. Es gilt als ausgemacht, dass Müller neuer Vorsitzender des Kontrollgremiums wird: Der langjährige Martin Kohlhaussen (72) räumt aus Altersgründen seinen Posten mit Ablauf der diesjährigen Hauptversammlung.

Der personelle Neuanfang erfolgt mitten in der Finanzmarktkrise. Zum Jahresauftakt wies die Commerzbank wegen der Turbulenzen einen Gewinneinbruch aus und begrub als Konsequenz ihre optimistischen Ziele für das Gesamtjahr. Noch Ende März hatte Müller bekräftigt, das Institut woll den Rekordüberschuss des Vorjahres von 1,92 Milliarden Euro wieder erreichen oder gar übertreffen. Eine Woche vor der Hauptversammlung musste er eingestehen: «Es dürfte aus heutiger Sicht sehr schwer werden, das gute Ergebnis des Vorjahres wieder zu erreichen.»

Von Januar bis Ende März 2008 brach der Überschuss der Commerzbank wegen weiterer Abschreibungen im Zusammenhang mit der Finanzkrise auf 280 (Vorjahreszeitraum: 609) Millionen Euro ein. Die Belastungen infolge der Krise am Markt für zweitklassige US-Hypothekenkredite (subprime) summierten sich auf inzwischen 827 Millionen Euro. Im Vergleich zu anderen Banken kam Deutschlands zweitgrößte Bank damit aber bislang noch glimpflich davon. Zudem verweist die Commerzbank auf ihre solides Kerngeschäft mit Privatkunden und Mittelständlern.

Weiteres Thema der Hauptversammlung dürfte die Neuordnung der Branche sein: Wie die Deutsche Bank hat auch die Commerzbank deutliches Interesse an einer Übernahme der Postbank geäußert.

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