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Heiße Pfingsten: Waldbrände in Baden-Württemberg

DPA - Sonntag, 11. Mai, 15:46 Uhr

Hamburg (dpa) - Sommerwetter mit strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel hat Hunderttausende zu einem Pfingstausflug in die Naherholungsgebiete gelockt. Tausende saßen bei sommerlichen Temperaturen um 25 Grad in Straßencafés oder Biergärten.

Vor den Eisdielen und an den Kassen der Freibäder bildeten sich lange Schlangen. Das von Experten befürchtete Verkehrschaos blieb hingegen weitgehend aus.

«Die Pfingsturlauber haben sich anscheinend schon am Freitag ausgetobt», sagte ein Sprecher des Verkehrslagedienstes in München am Samstag. Sein Kollege am Sonntag stellte fest: «Es lief wie an einem normalen Wochenende.» Am Freitag hatte es in Bayern bis in die Nacht hinein kilometerlange Staus gegeben. Auch auf den Autobahnen in Richtung Nord- und Ostsee sowie nach Dänemark herrschte starker Verkehr. Am meisten Geduld mussten Kurzurlauber am Samstag auf der A1 Hamburg-Lübeck aufbringen. Dort erreichte die Autoschlange zeitweise 15 Kilometer Länge, sagte ein Sprecher der Verkehrsleitstelle.

Die Schattenseite des schönen, trockenen Wetters ist eine dramatisch steigende Waldbrandgefahr. In Baden-Württemberg waren die Feuerwehren am Samstag mit zwei Waldbränden am Steinacher Ried bei Bad Waldsee und im Staatswald Mochenwangen bei Ravensburg beschäftigt. Ein Polizeisprecher ging davon aus, dass Zigarettenkippen die Brände auslöste.

Auf einer Karte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach waren am Sonntag weite Teile Ostdeutschlands violett eingefärbt - das bedeutet die höchste Gefahrenstufe 5 und heißt «sehr hohe Gefahr». Fast die gesamten restlichen Gebiete waren rot gefärbt, das bedeutet Stufe 4 und «hohe Gefahr». Geringe oder mittlere Gefahr sehen die Meteorologen lediglich im Südosten.

Am Wasser war die Sonnenfreude dagegen ungetrübt. «Wir sind sehr zufrieden, mehr geht nicht», sagte der Kurdirektor der Nordseeinsel Langeoog, Peter Wettstein, am Sonntag. Für Kurzurlauber gebe es keine Unterkünfte. Die mehr als 1000 Strandkörbe seien belegt. Trotz der noch niedrigen Wassertemperatur von 13 Grad wurden schon Schwimmer gesichtet. Auch in Freibädern zwischen Flensburg und Garmisch herrschte reger Betrieb. «Es wird immer voller», sagte ein Sprecher des Annabades in Hannover. Dort wurden 1500 Gäste allein am Samstag gezählt.

Schönwetterrekorde auch in anderen Teilen Europas. In den Niederlanden war es in den ersten zehn Maitagen noch nie so sonnig wie in diesem Jahr. Wie das Königliche Meteorologische Institut am Sonntag mitteilte, schien die Sonne vom 1. bis zum 10. Mai im Landesdurchschnitt 125 Stunden lang. Damit purzelte ein fast hundertjähriger Rekord. Bislang stand der Mai des Jahres 1909 mit 110,4 Stunden Sonnenschein an der Spitze. Auch im Süden und Osten Englands schwitzten die Menschen. Der Samstag war mit 27 Grad der bisher heißesten Tag des Jahres.

Gleichzeitig rüsteten sich jedoch die Bewohner im Westen und Norden Großbritanniens für heftige Gewitter, Sturm und sogar Hagel. In Wales sorgten schon in der Nacht zu Samstag schwere Gewitter für Überschwemmungen. Die Feuerwehr musste zahlreiche Male ausrücken. Auch dem dürregeplagten Nordosten Spaniens brachten am Samstag schwere Unwetter Überschwemmungen. In Katalonien setzten Regenfälle Straßen und Keller unter Wasser. In höheren Lagen schneite es. Straßen wurden durch umgestürzte Bäume blockiert, Behinderungen gab es auch im Bahnverkehr. Um die schlimmste Dürre seit 60 Jahren in Katalonien auszugleichen, ist nach Ansicht von Experten aber längere Zeit Regen nötig.

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