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Hamburg (dpa) - Der frühere Internetunternehmer und Stadtplan-Verlagserbe Alexander Falk ist am Freitag vom Landgericht Hamburg zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Nach einem fast dreieinhalbjährigen Verfahren hielten die Richter Falk unter anderem des versuchten Betrugs für schuldig.
Der 38-jährige Falk und vier ebenfalls verurteilte Ex-Manager seiner Unternehmen hatten nach Überzeugung des Gerichts auf der Höhe des Internetbooms Ende 2000 den Wert der Firma Ision durch Scheingeschäfte geschönt und bei deren Verkauf an die britische Energis einen überzogenen Preis kassiert.
«Der für den Betrugsversuch notwendige Schädigungsvorsatz der Angeklagten steht nach Überzeugung der Kammer fest», sagte Richter Nikolaus Berger. Der Haftbefehl gegen Falk wurde aufgehoben. Es bestehe keine Fluchtgefahr mehr, begründete das Gericht die Entscheidung.
Falk, für den seine Verteidiger einen Freispruch gefordert hatten, kündigte in einer Pause während der Urteilsverkündung gleich den Gang in die Revision zum Bundesgerichtshof an. «Ich denke, dass wir eine gute Chance haben in der Revision. Der Betrugsvorwurf ist einfach absurd», meinte er. Offen ist, ob die Staatsanwaltschaft ebenfalls Rechtsmittel einlegt. «Wir haben eine Woche Zeit, das zu prüfen», sagte Anklagevertreterin Nana Frombach. Sie hielt Falk des vollendeten Betrugs für überführt und hatte auf fünf Jahre und neun Monate Haft plädiert.
Ebenso wie Falk nannte Frombach das Urteil, das am 157. Prozesstag verkündet wurde, «keine Überraschung». Das Gericht hatte bereits im Oktober 2006 in einer Zwischenbilanz des Verfahrens deutlich gemacht, im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft nur von einem versuchten, nicht aber von einem vollendeten Betrug auszugehen. Zwar sahen die Richter im Urteil nun die Anklagevorwürfe «mit vielfältigen Ergänzungen ganz überwiegend bestätigt», sagte Richter Berger. Da jedoch der Schaden des Betrugs nicht sicher zu bestimmen war, konnten die Angeklagten nur wegen eines versuchten Betrugs oder der Beihilfe dazu verurteilt werden. Die Staatsanwaltschaft hatte den Schaden mit gut 37 Millionen Euro beziffert.
Das Gericht sprach Falk, der während des Prozesses 22 Monate in Untersuchungshaft gesessen hatte und unter Auflagen von der Haft verschont ist, schuldig des gemeinschaftlichen versuchten Betrugs in Tateinheit mit einem Verstoß gegen das Aktiengesetz sowie der Beihilfe zur Bilanzfälschung. Der ehemalige Finanzvorstand der Ision bekam eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren. Zwei andere Ex-Manager wurden wegen Beihilfe zu zweijährigen Bewährungsstrafen verurteilt, ein fünfter Mann zu acht Monaten auf Bewährung. Alle Strafen blieben deutlich unter den Forderungen der Anklage.
Die Staatsanwaltschaft hatte im Juni 2003 einen Haftbefehl gegen Falk erwirkt und im April 2004 Anklage erhoben. Der Prozess gegen den einstigen Börsenstar, der den Stadtplan-Verlag seines Vaters geerbt hatte, und die Mitangeklagten hatte dann am 3. Dezember 2004 begonnen. Das zu bewältigende Material umfasste laut Gericht 786 Beweismittelordner mit rund 235 000 Blatt. Insgesamt wurden 75 Zeugen und zwei Sachverständige angehört. Wegen der Komplexität der Materie hätte der Prozess durchaus auch länger dauern können, sagte Richter Berger. Das Gericht habe sich mit bestimmten Fragen aus «Prozessökonomie» nicht befasst.

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