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Hamburg (dpa) - Der Dalai Lama hat den Dialog seiner Vertrauten mit Unterhändlern aus Peking positiv beurteilt. Die Unterredungen in Shenzhen Anfang Mai hätten in angenehmer Atmosphäre stattgefunden und seien «nicht aggressiv, sondern respektvoll» verlaufen.
Das sagte das religiöse Oberhaupt der Tibeter in einem Gespräch des Hamburger Nachrichtenmagazins «Der Spiegel».
Beide Seiten hätten Bereitschaft gezeigt, eine Einigung über eine «gemeinsame Vorgehensweise» zu erreichen, sagte der Dalai Lama. Diese Bereitschaft sei keineswegs nur abstrakt, es habe bereits «konkrete» Vorschläge für die nächste Gesprächsrunde gegeben, die beide Seiten fest vereinbart haben.
Der im indischen Exil lebende Dalai Lama führte die ersten Gespräche seiner Unterhändler nach dem Aufstand der Tibeter im März auf die Sorge der Chinesen um die Olympischen Spiele und auf den internationalen Druck auf Peking zurück. «Ich kann nur jede freie Gesellschaft, gerade auch Deutschland, ermutigen, diesen Druck weiter aufrechtzuerhalten.» Der Dalai Lama kommt nächste Woche zu einem viertägigen Besuch nach Deutschland und wird zum Abschluss in Berlin vor dem Auswärtigen Ausschuss des Bundestags sowie vor dem Menschenrechtsausschuss sprechen.
Das geistliche Oberhaupt der Tibeter unterstrich, dass er an «Gesprächen um der Gespräche willen» nicht interessiert sei. «Ernsthafte Diskussionen, in denen es um den Kern der Probleme geht», seien höchst willkommen. Diese müssten auch nach außen transparent sein. «Schluss mit Geheimgesprächen hinter verschlossenen Türen.»
Die Chinesen müssten «endlich eingestehen, dass es ein Tibet- Problem gibt», sagte der Dalai Lama weiter. Als Lösungsmöglichkeit dieses Problems schlug er erneut eine weitgehende Autonomie für Tibet vor, bei der die Tibeter für alle kulturellen, religiösen und den Umweltschutz betreffende Fragen die Entscheidungsgewalt haben müssten. Dies sei etwas ganz anderes als eine staatliche Unabhängigkeit. «Auch dieses neue Tibet wäre völkerrechtlich Bestandteil der Volksrepublik China, die für Außen- wie Sicherheitspolitik zuständig bliebe.» Sollte Peking einem solchen Modell zustimmen, käme es «garantiert nicht mehr zu solchen Unruhen, zu einer solchen Krise wie jetzt».

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