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Frankfurt (dpa) - Weitere Hiobsbotschaften über die Auswirkungen der Finanzmarktkrise sowie neue Höchststände beim Ölpreis haben am Freitag für sinkende Kurse am deutschen Aktienmarkt gesorgt.
Der Leitindex DAX weitete seine frühen Verluste aus und fiel unter 7.000 Punkte. Bis zur Mittagszeit büßte er 1,47 Prozent auf 6.968,14 Punkte ein. Der MDAX verlor 1,51 Prozent auf 9.520,73 Zähler und der TecDAX gab um 1,49 Prozent auf 833,81 Punkte nach.
Vor allem der neue Rekordverlust und die damit verbundene Kapitalerhöhung des weltgrößten Versicherungskonzerns American International Group (AIG) belaste die Stimmung, sagte Händler Stefan Söllner von der Postbank. Hinzu komme der Ölpreis, der immer neue Rekorde erklimme und für WTI-Öl knapp unter 125 Dollar je Barrel notiere. "Einen richtigen Druck auf den Aktienmarkt sehe ich noch nicht, aber die Gefahr, dass es noch weiter runtergehen wird, besteht durchaus", sagte er. Die Handelsumsätze seien allerdings insgesamt recht niedrig.
Erneut standen einige Unternehmen mit ihren Quartalsberichten und Jahresausblicken im Fokus der Anleger. Zahlreiche weitere schütten ihre Dividenden an diesem Tag aus. Neben der Postbank, BMW und Adidas werden auch Hugo Boss, Hochtief, HeidelbergCement und Wacker Chemie ex Dividende gehandelt.
Der Industriegasekonzern Linde verfehlte beim operativen Ergebnis im ersten Quartal die Durchschnittsprognose der von dpa-AFX befragten Analysten. Auch beim Umsatz blieb das Unternehmen leicht unter den Erwartungen. Das Unternehmen bestätigte allerdings seinen Ausblick für 2008 und die mittelfristigen Ziele. Die Aktie büßte 4,33 Prozent auf 91,95 Euro ein.
Allianz Titel verloren 1,72 Prozent auf 128,13 Euro. Nach den Belastungen durch die Finanzkrise im ersten Quartal bekräftigte der Finanzkonzern das Gewinnziel für die Tochter Dresdner Bank nicht. Das bisherige Renditeziel von durchschnittlich mindestens 15 Prozent auf das Risikokapital bis 2009 könne nicht bestätigt werden, teilte die Allianz am Morgen mit. Auf Konzernebene hält die Allianz allerdings an ihrer Zielvorgabe fest, das operative Ergebnis bis 2009 im Schnitt um jeweils 10 Prozent zu steigern.
Ein Händler sagte dazu, insgesamt sei die endgültige Bilanz etwas besser als die bereits veröffentlichten Eckdaten ausgefallen. Die aktuellen Zahlen lägen damit allerdings immer noch deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen. Belastend wirke zudem der riesige, teils abschreibungsbedingte Verlust der AIG von 7,81 Milliarden Dollar, der auch die übrigen Finanzaktien im DAX drücke. Commerzbank etwa gaben um 1,84 Prozent auf 22,93 Euro nach und Deutsche Bank um 1,69 Prozent auf 76,10 Euro. Münchener Rück sanken um 0,78 Prozent auf 120,50 Euro.
Die Titel von AMB Generali sanken im MDAX um 0,15 Prozent auf 116,74 Euro. Der Gewinn des Versicherers ging im ersten Quartal wegen der Kapitalmarktkrise unerwartet stark zurück. Der Konzern bestätigte dennoch mit Einschränkungen die Gewinnprognose für das laufende Jahr. ARQUES Industries legten dagegen um 2,33 Prozent auf 9,65 Euro zu und waren damit Spitzenwert im Index der mittelgroßen Werte. Die Beteiligungsgesellschaft sieht eine Aufhellung des Börsenklimas in Deutschland und verbesserte Chancen für einen Börsengang des IT-Großhändlers Actebis noch in diesem Jahr.
Freenet stiegen um 0,79 Prozent auf 10,26 Euro. Mehrere Händler äußerten sich zwar enttäuscht über den Großteil der vorgelegten Zahlen zum ersten Quartal. Allerdings nehme nun der Druck auf das Management zu, die DSL-Sparte so schnell wie möglich abzustoßen, hieß es von mehreren Seiten als Begründung für das Kursplus.

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