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Washington (dpa) - Nach ihrer schweren Vorwahl-Niederlage in North Carolina und dem hauchdünnen Sieg in Indiana wächst der Druck auf Hillary Clinton, aus dem Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur auszusteigen.
Nach Medienberichten vom Donnerstag erhielt ihr Konkurrent Barack Obama seit den Abstimmungen in beiden Staaten am Dienstag mindestens fünf «Superdelegierte» hinzu, einer von ihnen hatte zuvor Clinton unterstützt. Obama wird damit nun von 257 «Superdelegierten» unterstützt und liegt damit knapp hinter Clinton, für die sich 267 dieser nicht an Wahlergebnisse gebundenen Delegierten ausgesprochen haben.
Knapp 300 weitere «Superdelegierte» haben sich noch nicht öffentlich geäußert, für wen sie beim Wahlparteitag der Demokraten Ende August stimmen wollen. Der «Washington Post» zufolge haben aber bereits mehrere angedeutet, dass sie sich auf Obamas Seite schlagen und dies demnächst auch bekanntgeben wollen.
Zwei angesehene Zeitungen riefen Clinton am Donnerstag indirekt dazu auf, die Konsequenzen zu ziehen und aufzugeben. Es gebe keinen «plausiblen Weg zum Sieg», hieß es in einem Kommentar der «Washington Post». Die «Los Angeles Times» kam zu dem Schluss, dass es kein stichhaltiges Argument mehr für die Wettbewerbsfähigkeit der Senatorin gebe: «Clinton kann nicht gewinnen.»
Bereits am Mittwoch hatte der frühere demokratische Präsidentschaftsbewerber George McGovern, ein langjähriger Clinton- Freund und einer der ersten öffentlichen Unterstützer der Ex-First Lady, zum Ausstieg aufgerufen. Clinton habe keine Chance mehr, die Nominierung zu gewinnen, sagte McGovern. Die prominente Senatorin Dianne Feinstein, bisher eine «Superdelegierte» im Clinton-Lager, kündigte an, sie wolle mit ihrer Senatoren-Kollegin sprechen. Ziel sei es herauszufinden, wie sich Clinton das weitere Rennen vorstelle und was ihre Strategie sei.
Clinton hatte demgegenüber am Mittwoch bekräftigt, dass sie im Rennen bleiben werde, «bis es einen Spitzenkandidaten gibt». Sie werde weiter hart arbeiten, damit sie die Nominierung erreiche. «Wir werden sehen, wo das endet», sagte die Senatorin. Am Donnerstag standen mehrere Wahlkampfauftritte in West Virginia an, dem Schauplatz der nächsten parteiinternen Kandidatenkür am 13. Mai. In Umfragen liegt Clinton deutlich vorn. Danach folgen noch fünf weitere Vorwahlen, die letzte davon am 3. Juni.
Fest steht bereits, dass weder Obama noch Clinton im Zuge der Vorwahlen jene 2025 Delegiertenstimmen erreichen werden, die für die offizielle Nominierung auf dem Wahlparteitag der Demokraten in Denver erforderlich sind. Die «Superdelegierten» dürften daher zum Zünglein an der Waage werden. Insgesamt führte Obama nach einer CNN-Schätzung am Donnerstag mit 1845 Delegiertenstimmen vor Clinton mit 1686.

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