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Kiel/Washington (dpa) - Der Klimawandel entzieht den Ozeanen Sauerstoff. Eine Konsequenz des Klimawandels und der sich erwärmenden Meere sei, dass der Sauerstoffgehalt in den Ozeanen sinke und existierende große Unterwasserwüsten in den tropischen Ozeanen sich weiter ausdehnten.
Das berichtet eine Forschergruppe um den Kieler Meereswissenschaftler Lothar Stramma in der jüngsten Ausgabe des Fachjournals «Science» (Bd. 320, S. 655).
Die sich ausweitenden sauerstoffarmen Unterwasserbedingungen haben möglicherweise weitreichenden Einfluss auf die Ökosysteme, da viele Organismen Sauerstoff zum Leben brauchen und sich biogeochemische Prozesse ändern, die Einfluss auf die Nährstoffverfügbarkeit haben. So könnte sich etwa der Lebensraum für Fische einschränken, was auch Auswirkungen auf die Fischerei haben könnte, sagte Stramma.
Das Team von Wissenschaftlern aus den USA und Deutschland hat für seine Studie Daten der vergangenen 50 Jahre in den tropischen Ozeanen ausgewertet sowie aktuelle Messungen durchgeführt. Die Ergebnisse stimmten mit denen von Modellberechnungen überein, sagte Stramma.
Langfristige Veränderungen des Sauerstoffgehalts wurden zuvor in subpolaren und subtropischen Regionen beobachtet und hier auch für die sauerstoffarmen Bereiche der tropischen Ozeane nachgewiesen. Allerdings kann laut Stramma nicht eindeutig gesagt werden, ob und wie diese Entwicklung weitergeht.

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