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Klimawandel hat weitreichende Folgen für Bauern

DPA - Sonntag, 20. April, 13:32 Uhr

Berlin (dpa) - Der weltweite Klimawandel hat nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) weitreichende Folgen für die Bauern. «80 Prozent der Ernteerträge bei uns hängen vom Wetter ab», sagte der Präsident des DWD, Wolfgang Kusch, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

«Wenn die Befunde, die wir jetzt schon haben, sich nochmal durch verbesserte Modelle regional verfestigen, wird man sehr, sehr ernsthaft darüber nachdenken können, wie die Landwirtschaft sich an diese Bedingungen anpassen muss.» Wassermangel werde zunehmend ein Problem. Außerdem müsse Saatgut entwickelt werden, das gegen Trockenheit widerstandsfähig sei.

Wenn es genügend Wasserquellen gebe, sei bis zu einem gewissen Grad auch eine Beregnung möglich, sagte Kusch. «Nur: Wir müssen auch das Wasser verfügbar haben.» Das Wasserproblem trete derzeit noch in den Hintergrund. «Das wird auch eines der beherrschenden Themen zukünftig sein, dass wir uns nicht Gedanken machen über zu viel Wasser, sondern über zu wenig Wasser.» Die Trinkwasserversorgung müsse weiter sichergestellt werden. In Brandenburg seien die Böden zum Beispiel bereits durchlässig. Wenn Trockenheit dazukomme und sich verstärke, gebe es «ein richtiges Problem».

Die Tier- und Pflanzenwelt in Deutschland hat sich nach Angaben des DWD bereits verändert. Zecken seien wegen der Erwärmung von Süd nach Nord und in der Höhe auf dem Vormarsch. Auch die hoch allergene, wärmeliebende Ambrosia-Pflanze breite sich aus. Der DWD-Präsident rechnet aber nicht damit, dass sich Deutschland drastisch verändern wird. «Wenn es uns gelingt, den anthropogenen (vom Menschen erzeugten) Klimawandel zu stoppen und wir tatsächlich bei zwei Grad landen, dann wird Deutschland sich nicht grundsätzlich verändern.» Die UN wollen die Erderwärmung bis 2100 auf zwei Grad begrenzen. Die mittlere Jahrestemperatur kann bis dahin laut Modellen aber um bis zu vier Grad steigen.

Der DWD will die Pollenvorhersage für Allergiker verbessern. «Wir sind dabei, die Pollenvorhersage auf völlig neue Beine zu stellen», sagte Kusch. Die automatische Messung der Pollen werde vorangetrieben. Ein Gerät sei produktionsreif, mit dem in Echtzeit eingefangene Pollen ausgewertet werden könnten. «Dieses Messergebnis werden wir koppeln mit einem Ausbreitungsmodell, was in Zusammenarbeit mit dem Wetterdienst von der Universität Karlsruhe entwickelt wird.» Der Start soll möglichst 2009 sein. «Das wird eine neue Qualität haben.»

Gespräch: Marc-Oliver von Riegen, dpa

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