Dessau-Roßlau (ddp-lsa). Im Prozess um den Tod des afrikanischen Asylbewerbers Oury Jalloh in einer Dessauer Polizeizelle zeichnet sich nach eineinhalbjähriger Verhandlungsdauer ein Ende ab. In dem Verfahren vor dem Landgericht Dessau gegen zwei Beamte, die sich wegen Körperverletzung mit Todesfolge und fahrlässiger Tötung verantworten müssen, könnte nach Gerichtsangaben am 8. Dezember das Urteil gesprochen werden. Die zuständige 6. Große Strafkammer habe bis Anfang Dezember sieben weitere Verhandlungstage vorgesehen, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag sagte. Oury Jalloh war im Januar 2005 an den Folgen eines Feuers in seiner Zelle gestorben. Diesen Artikel weiter lesen
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Ende November soll ein weiterer gerichtsmedizinischer Sachverständiger Angaben dazu machen, wie viel Zeit nach Ausbruch des Feuers verging, bis das Opfer starb. Am 2. Dezember soll mit den Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der Nebenklägervertreter begonnen werden, am 5. Dezember könnten die Verteidiger ihre Schlussworte halten.
Der Asylbewerber aus Sierra Leone war am 7. Januar 2005 bei einem Brand in seiner Zelle an den Folgen der Hitzeentwicklung erstickt. Der zuvor wegen Belästigung mehrerer Frauen und Widerstandes gegen die Polizei festgenommene Mann soll die Matratze seiner Zelle angezündet haben, obwohl er an Händen und Beinen gefesselt war. Eine Rekonstruktion der Fesselung ergab, dass der Afrikaner trotz der eingeschränkten Bewegungsfreiheit das Feuer selbst entzündet haben könnte. Seit März 2007 müssen sich zwei Polizisten deswegen vor Gericht verantworten. Sie sollen nicht schnell genug auf die Hilferufe des späteren Opfers reagiert haben.
(ddp)





