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Verkehrsgesellschaften machen hohe Kraftstoffpreise zu schaffen

ddp - Freitag, 25. Juli, 13:20 Uhr

Potsdam (ddp-lbg). Die Verkehrsunternehmen in Brandenburg leiden unter den stark gestiegenen Kraftstoffpreisen. Die Aufwendungen der Betriebe sind im ersten Halbjahr um bis zu 27 Prozent gestiegen. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur ddp bei den größeren Unternehmen. Allein die Havelbus Verkehrsgesellschaft rechnet für das laufende Jahr mit Mehrkosten in Höhe von rund 700 000 Euro. Deshalb suchen die Unternehmen nach Möglichkeiten, Kosten einzusparen.

Bei den Verkehrsbetrieben Brandenburg/Havel (VBBr) stiegen die Kosten für Kraftstoffe im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 27 Prozent. Der Netto-Diesel-Preis beim Lieferanten sei zwischen Januar und Juli von 0,98 auf 1,10 Euro gestiegen, sagte ein Sprecher. Ein Umstieg auf Erdgasfahrzeuge würde sich aus Sicht des VBBr dennoch nicht rechnen. Um Kosten zu sparen, versucht der Betrieb die Abläufe zu optimieren. Wo es geht, werde auf den Einsatz von langen Gelenkbussen verzichtet. Der VBBr hat den Angaben zufolge 145 Mitarbeiter. Das Unternehmen verfügt über acht Gelenk- und 14 Standardbusse. Hinzu kommen mehrere Straßenbahnen.

Die Havelbus Verkehrsgesellschaft zählt 500 Mitarbeiter und hat rund 200 Fahrzeuge. Das Unternehmen setzt unter anderem auf Schulungen der Fahrer für eine möglichst sparsame Fahrweise. Außerdem rüstet das Unternehmen seine Verwaltungsgebäude und Werkstätten mit Photovoltaik-Anlagen aus, um Stromkosten zu sparen. Geschäftsführer Dieter Schäfer hofft ferner auf Signale aus der Politik zur Stärkung des ÖPNV.

Beim Verkehrsbetrieb in Potsdam (ViP) schlugen in den letzten Monaten Mehrkosten für Kraftstoffe in Höhe von rund 300 000 Euro zu Buche, wie eine Sprecherin betonte. Das werde unter anderem durch geringere Instandhaltungskosten und höhere Einnahmen kompensiert. So schaffe der ViP neue Busse an, die weniger gewartet werden müssten. Zugleich seien in den vergangenen Monaten die Fahrgastzahlen gestiegen. Das Unternehmen schickt in Spitzenzeiten bis zu 32 Busse sowie 32 Straßenbahnzüge durch die Landeshauptstadt.

Die Cottbusverkehr GmbH mit 60 Bussen und 26 Straßenbahnen beschäftigt 225 Mitarbeiter. Laut Geschäftsführer Ulrich Thomsch sind die Kosten des Unternehmens in diesem Jahr um ein Viertel gestiegen. Das könne nicht auf die Fahrgäste umgelegt werden. Ein Umstieg auf Erdgas würde sich kaum noch rechnen, denn auch diese Preise erhöhten sich kräftig. Er setze auf wirtschaftliches Fahrverhalten und die Vermeidung von Leerfahrten, sagte Thomsch. Ob das jedoch reiche, um ein Defizit am Jahresende zu vermeiden, sei fraglich. Er hoffe, dass die Verkehrsunternehmen endlich von der Ökosteuer entlastet werden.

Bei der Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder) (SVF) fahren im Linienverkehr seit 2002 ausschließlich mit Erdgas betriebene Busse, derzeit sind es nach Unternehmensangaben 22 Fahrzeuge. Zwar sei Erdgas deutlich günstiger als herkömmlicher Kraftstoff, doch seien auch hier die Bezugspreise deutlich gestiegen, sagte der Geschäftsbereichsleiter Technik, Hartmut Huwe. Während das Kilogramm Erdgas 2002 noch 64 Cent kostete, sei es heute etwa ein Euro.

Trotz der wachsenden Kosten könne nicht am Fahrplan gespart werden. «Wir müssen unsere Verkehrsleistungen erbringen», sagte Huwe. Das Unternehmen versuche aber, auf anderen Gebieten - etwa bei den Sachkosten - zu sparen. Zudem würden die Fahrer geschult, wirtschaftlich zu fahren, und es würden Leerfahrten vermieden. Eine Umstellung auf Oberleitungsbusse sei nicht vorgesehen.

Eine der drei deutschen Städte, in denen heute noch Obuslinien betrieben werden, ist Eberswalde. Die Strompreise seien zwar auch gestiegen, aber nicht so stark wie die Dieselkosten, sagte die Kaufmännische Leiterin Antje Dombrowsky von der Barnimer Busgesellschaft. Das habe zur Folge, dass die Energiekosten pro gefahrenem Kilometer beim Obus mittlerweile geringer seien als beim mit Diesel getriebenen Bus. Der Nachteil beim Obus sei, dass das Verkehrsunternehmen die Kosten für die Infrastruktur - also im wesentlichen für die Fahrleitung - selbst tragen muss.

Eine Einstellung der beiden jeweils 15,8 Kilometer langen Eberswalder Obuslinien sei nicht mehr im Gespräch, sagte Dombrowsky. Es seien derzeit aber auch keine neuen Linien geplant. In Eberswalde fahren nach Angaben des Unternehmens seit 1901 Oberleitungsbusse. Heute befördern 15 Busse rund 4,2 Millionen Fahrgäste im Jahr.

(ddp)

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