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Hamburg (ddp). Nach Ansicht von Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) geht es in Deutschland nicht gerecht zu. Der wirtschaftliche Aufschwung der vergangenen Jahre sei «bei vielen im Portemonnaie nicht angekommen. Und nicht jeder, der sozial aufsteigen will, schafft es auch», sagte Scholz dem Hamburger Magazin «Stern» nach einem Vorabbericht. Auf die Frage, ob es in dieser Gesellschaft noch gerecht zugehe, antwortete Scholz mit einem «Nein». Um die Aufstiegschancen zu vergrößern, plädierte der SPD-Politiker unter anderem für erweiterte Bildungsmöglichkeiten.
Scholz versuchte außerdem, seine Mindestlohn-Politik in das der Agenda 2010 zugrunde liegende Konzept vom «Fordern und Fördern» der Arbeitslosen einzupassen: «Gerade weil wir eine hohe Mobilität auf dem Arbeitsmarkt brauchen, brauchen wir auch Mindestlöhne. Das eine geht nicht ohne das andere.» Wenn der Staat von Arbeitslosen verlange, sich aktiv um Arbeit zu bemühen und auch eine Stelle auf niedrigerem Niveau anzunehmen, dann hätten die Betroffenen «aber auch Anspruch auf einen ordentlich bezahlten Job. Sie dürfen nicht ausgebeutet werden.»
Der Sozialminister widersprach dem Eindruck, dass Menschen lieber von «Hartz IV» lebten, statt eine weniger gut bezahlte Stelle anzunehmen. «Millionen Menschen in diesem Land verdienen wenig, viel zu wenig, und gehen trotzdem jeden Tag zur Arbeit, oft ihr Leben lang. Das sind für mich die wahren Helden unserer Zeit.»
(ddp)
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