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Sydney (ddp-bay). Vom katholischen Weltjugendtag in Sydney nimmt Sandra Krenn eine Reihe Andenken zurück nach Bayern: Ein koreanischer Hut auf dem Kopf, ein brasilianischer Schal locker um die Hüften gebunden und eine australische Fahne in der Hand. So ausgestattet verlässt die 17-jährige Schülerin aus dem oberbayerischen Dachau die Rennbahn von Randwick, wo am Sonntag der große Abschluss der Begegnung mit Papst Benedikt XVI. stattfand. «Ich bringe auch reichlich Fotos zurück nach Deutschland. Dann kann ich mit dem Vorurteil aufräumen, Weltjugendtag bedeute, den ganzen Tag in der Kirche zu sitzen», sagt sie.
Zur Abschlussmesse waren zuvor Hunderttausende Gläubige geströmt. Schon seit Samstagfrüh waren die Jugendlichen in Gruppen auf den Beinen. Sie pilgerten zu Fuß rund eine Stunde zur Rennbahn, während von der Bühne die Rockversion der Allerheiligenlitanei erklang. Zum Teil verbrachten sie dort 24 Stunden unter freiem Himmel, mit Isomatten, Schlafsäcken und grünen Picknicktaschen ausgerüstet.
Treffen wie diese brachten so manche der jungen Leute einander auch näher. Einige haben frisch zusammengefunden, wie etwa Moritz Hagn und Inga Kipfstuhl, die beide Teilnehmer der Pilgerfahrt des Erzbischöflichen Jugendamts von München und Freising in Zusammenarbeit mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und anderen bayerischen Diözesen waren. Schon bei den vorausgegangenen Veranstaltungen waren sie unzertrennlich. «Wir sehen junge Paare, die sich und Jesus lieben», bemerkte der Kardinal von Sydney, George Pell, bei seiner Begrüßung zum Gottesdienst am Sonntag treffend.
Der Papst warb bei der Gelegenheit aber auch für das Priesteramt oder ein geweihtes Leben, beispielsweise als Ordensfrau. «Habt keine Angst, zu Jesus Ja zu sagen, Euer Leben ganz für die Suche nach der Heiligkeit einzusetzen», rief er den Pilgern zu. Benedikt XVI. appellierte an die Jugendlichen, ihr Leben auf festen Fundamenten aufzubauen und die Kirche zu erneuern.
Zugleich warnte er vor Seichtheit, Apathie und Egozentrismus. Während des Abschlussgottesdienstes wurden 24 Jugendliche gefirmt. Sie wurden aus allen Teilen Australiens und der ganzen Welt ausgewählt, um die weltweite Verbundenheit im Glauben zu zeigen. Darunter war auch ein Australier deutscher Abstammung.
Der Weltjugendtag bot jungen Menschen aber nicht nur Gelegenheit, neue Beziehungen aufzubauen, für manchen Pilger brachte das kirchliche Großereignis auch das Wiedersehen mit Bekannten aus aller Welt. Die Zwillinge Margareta und Johannes Pirzer aus dem oberbayerischen Peiting beispielsweise staunten, als sie ihre kanadischen Freunde Christian und Philipp auf der Rennbahn in Sydney zufällig wieder trafen. Die beiden Kanadier waren bei ihnen anlässlich des Weltjugendtags 2005 in Köln zu Gast.
Das nächste Treffen wird 2011 in Madrid stattfinden. Vielleicht trifft dann auch Sandra Krenn die Koreanerin wieder, mit deren Hut sie nun nach Hause fliegt.
(ddp)
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