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Hamburg/Berlin (ddp). Nach der ICE-Entgleisung in Köln soll sich auch Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) eingeschaltet haben, um von der Deutschen Bahn eine schnelle Überprüfung der Züge zu verlangen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». Demnach soll sich die Bahn zunächst geweigert haben, alle baugleichen ICE-Züge der dritten Generation auf Mängel überprüfen zu lassen. Selbst das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) habe die Bahn erst nicht zu der aufwendigen Maßnahme bewegen können.
Daraufhin sei Tiefensee aktiv geworden und habe Spitzenbeamte aus seinem Haus aufgefordert, das Bahn-Management zum Einlenken zu bewegen, schreibt das Magazin. Doch auch nach dem Gespräch seien die zuständigen Bahn-Vertreter nur «halb einsichtig» gewesen. Erst am vorvergangenen Freitag, nach einer schriftlichen Aufforderung des EBA und mehr als 40 Stunden nach dem Unfall, sei dann die Entscheidung erfolgt, wirklich alle Züge untersuchen zu lassen.
In der Bahn-Zentrale wird der Sachverhalt laut Magazin dagegen so dargestellt: «Wir haben gemeinsam intensiv mit dem EBA debattiert und eine einvernehmliche Lösung gefunden, die dann auch umgehend umgesetzt wurde.»
In den vergangenen Tagen hatten mehrere Medien darüber berichtet, dass die Bahn eine Überprüfung verzögert und erst auf Anweisung aktiv geworden sei. Die Bahn hatte dies dementiert. Das Bundesverkehrsministerium wollte sich auf Anfrage der ddp/Dow Jones Wirtschaftsnachrichten nicht zu dem Vorgang äußern und verwies darauf, dass das EBA noch ermittele.
Unterdessen geht dem Bericht zufolge die Suche nach der Ursache für den Achsbruch weiter. Experten hielten einen Materialfehler für weitgehend ausgeschlossen. «Alles spricht für eine äußere Beschädigung der Radsatzwelle, etwa durch lose Metallteile des Bahn-Unterbodens oder Gegenstände auf dem Gleis», sagte der Dresdner Professor Günter Löffler. «Das würde auch erklären, warum Reisende schon vor dem Unfall auf der Strecke zwischen Frankfurt und Köln Geräusche gehört haben.» Die Welle selbst sei erst beim Anfahren des Zuges gebrochen, weil dabei die höchste Belastung auftrete.
Auch Ingenieure der Deutschen Bahn hielten diese Erklärung für wahrscheinlich, schreibt der «Spiegel». Bei den regelmäßigen Inspektionen sei bislang «keine Rissbildung» an der Achse festgestellt worden.
(ddp)
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