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München (ddp.djn). Für Kinder ist jede Fahrt in den Urlaub zu lang - selbst die kürzeste Autoreise. «Mir ist so langweilig», «Ich muss mal», «Wann sind wir endlich da?» Die Quengeleien auf den Rücksitzen können die Nerven des Fahrers während einer langen Autofahrt ernsthaft strapazieren. «Vor allem für jüngere Kinder ist eine solche Fahrt zunächst einmal eine Einschränkung ihres Bewegungsdranges», erklärt der AvD-Verkehrssoziologe Alfred Fuhr die Klagen aus dem Fond. Erst ältere Kinder könnten sich an der Urlaubstour erfreuen.
Mit einigen Vorbereitungen lassen sich allerdings Langeweile und Stress vermeiden. «Kinder sollten möglichst nicht aus ihrem Rhythmus gebracht werden», empfiehlt Franz Schilbalski, Verkehrspsychologe beim ADAC in München. Gerade bei Kleinkindern sei es ratsam, die Fahrt ihren Ess- und Schlafgewohnheiten anzupassen. Eltern, die sich zum ersten Mal per Auto und Kleinkind auf den Urlaubsweg machen, rät er: «Rechnen Sie mit allen Unmöglichkeiten, zwei Stunden Stau und zu wenig griffbereite Windeln; planen Sie Chaos ein und seien Sie froh, wenn nichts passiert.»
Grundsätzlich raten Erziehungsfachleute, Kinder so weit wie möglich in die Reiseplanung einzubeziehen. So sollten ältere Kinder mitentscheiden, wann auf der Reiseroute eine Pause eingelegt wird. Empfehlenswert sind vor allem Raststätten und Parkplätze, auf denen ein Spielplatz zur Verfügung steht. Alternativ dazu können Schwimmbäder oder Thermen ein geeigneter Pausenort sein. Dort können Kinder sich austoben, Erwachsene sich erholen. Die nächste Reiseetappe verläuft garantiert deutlich ruhiger. Wenn sich die Urlaubsjunioren bereits zu Hause mit der Karte vertraut machen, können sie später die zurückgelegte Strecke verfolgen und sich mit dem Reiseatlas beschäftigen.
Einzelkinder im Fond, förmlich verbannt und sich selbst überlassen - da ist Protest programmiert. Deshalb sollte sich ein Elternteil zumindest zeitweise mit nach hinten setzen und vom Urlaubsland erzählen. Das macht Lust auf die Ferien und nimmt das Gefühl, ausgegrenzt zu sein.
Die Zeit im Auto sollte für Kinder so unterhaltsam wie möglich gestaltet werden, und das geht auch jenseits von DVD-Playern in der Nackenstütze der Vordersitze. Spieleklassiker wie «Ich sehe was, was du nicht siehst» oder das Erraten von Städten anhand von Nummernschildern sind durchaus ein geeigneter Zeitvertreib, ebenso Autozählen. Vorteil: Konzentrieren sich die Kleinen stärker auf das Geschehen außerhalb des Fahrzeugs, beugen sie der Reiseübelkeit vor. Ansonsten bieten sich kurzweilige Spiele an - ein Auto-Quartett zum Beispiel, Dame, Backgammon oder Solitär.
Trotz akribischer Urlaubsplanung lässt sich nicht jeder Stau umfahren. Wenn dann noch die Sonne für tropische Temperaturen im Auto sorgt, steigt der Stresspegel. Auch in diesen Situationen sollten Erwachsene gelassen und besonnen reagieren, denn genervte Eltern machen die Sprösslinge nervös. Wenn möglich, sollte bei zähflüssigem Verkehr oder Stau ein Rastplatz angefahren werden.
Es ist schier unverständlich, aber immer wieder zu beobachten: Kinder tollen ungesichert im Fond umher. «Kein Kind darf ungesichert im Auto mitfahren», mahnt ADAC-Fachfrau Regina Ammel. Nicht einmal zum Schlafen darf der Nachwuchs aus dem Kindersitz herausgenommen werden. Alles andere ist nicht nur brandgefährlich, sondern kann auch teuer werden. «Kindersicherheitssysteme sind in fast allen europäischen Urlaubsländern vorgeschrieben», weiß Regina Ammel, und teils sind die Bußgelder bei einem Verstoß «ganz schön saftig».
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