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Bahnreisende sollen ab einer Stunde Verspätung entschädigt werden

ddp - Freitag, 18. Juli, 05:13 Uhr

Dortmund (ddp). Bahnreisende in Deutschland sollen künftig bei Verspätungen ab 60 Minuten 25 Prozent des Fahrpreises erstattet bekommen. Bei Verspätungen von mehr als 120 Minuten solle die Hälfte des Ticketpreises zurückgezahlt werden, berichteten die Dortmunder «Ruhr Nachrichten» (Freitagausgabe) vorab unter Berufung auf einen Gesetzentwurf des Bundesjustizministeriums. Er solle wahrscheinlich noch in diesem Monat vom Bundeskabinett auf den Weg gebracht werden.

Der Gesetzentwurf sehe zudem vor, dass im Nahverkehr bei Verspätungen von mehr als 20 Minuten auf ein anderes Verkehrsmittel ausgewichen werden können soll, auch auf den Fernverkehr, schrieb die Zeitung. Bei Verspätungen in der Nacht von mehr als 60 Minuten sollten Taxikosten für Strecken bis zu 50 Kilometern übernommen werden oder wahlweise eine Hotelübernachtung.

Ab Verspätungen von mehr als 60 Minuten sollten Eisenbahnunternehmen verpflichtet werden, Erfrischungen anzubieten, schrieb das Blatt. Bei sich abzeichnenden Verspätungen von mehr als 60 Minuten sollten Fahrgäste, die auf die Fahrt verzichten, den Ticketpreis voll erstattet erhalten oder die Fahrt auch mit geänderter Streckenführung zu einem späteren Zeitpunkt antreten können. Das Bundesjustizministerium geht davon aus, dass jährlich mehr als 9,5 Millionen Fahrgäste Ansprüche Fahrpreisentschädigung erhalten werden.

Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) hatte sich für Entschädigungen bereits ab 30 Minuten Verspätung eingesetzt.

ddp.djn/roy

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