ddp
Nürnberg (ddp). Spektakuläre Fahrgeschäfte drohen auf den deutschen Volksfesten seltener zu werden. «Die bestehenden Großanlagen werden immer schwerer zu betreiben», sagte der Vizepräsident des deutschen Schaustellerbundes, Lorenz Kalb, im ddp-Interview in Nürnberg. Als Hauptgründe nannte er die gestiegenen Energiekosten sowie die immer schärferen Auflagen etwa was die Umweltfreundlichkeit der Transportfahrzeuge betreffe.
Dazu komme die Konkurrenz durch die wachsende Zahl an Freizeitparks. «Die 1,5 bis 3 Millionen Euro, die schon ein normales Karussell kostet, sind in der heutigen Zeit nicht mehr zu amortisieren», sagte Kalb, der seit 30 Jahren einen Schaustellerbetrieb hat. Bereits jetzt seien auf den Volksfesten nur noch wenig Neuheiten zu sehen.
Die gestiegenen Preise könnten die Anbieter auf der anderen Seite aber auch nicht unbegrenzt an die Besucher weitergeben. «Es gibt eine Schmerzgrenze und die liegt bei drei bis fünf Euro pro Fahrt», sagte der 52-Jährige.
Neben den großen Anlagen haben nach seinen Angaben die Losbuden-Betreiber auf den Jahrmärkten am meisten ums Überleben zu kämpfen. Hier seien die Preise seit Jahren fast gleich geblieben, die Attraktivität aber zurückgegangen. «Plüschbären gab es früher nur auf Festen zu gewinnen, jetzt bekommt man sie an jeder Tankstelle», erklärte Kalb.
Um Volksfeste weiter attraktiv zu halten, fordert er mehr Traditionsbewusstsein: «Wir brauchen wieder die Kirmesromantik, die uns einzigartig macht.» Um sich abzuheben von vielen neuzeitlichen Events müssten die Schausteller wieder zum Entertainment früherer Tage zurückkommen und mehr mit den Kunden kommunizieren, sagte Kalb.
(ddp)
Lifestyle
Freizeit-, Wohn- und Frisurentrends
Copyright © 2008 Yahoo! Alle Rechte vorbehalten.