ddp
Leipzig (ddp-lsc). Die Anwohner des Flughafens Leipzig/Halle haben sich am Mittwoch vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über zu hohe Lärmpegel durch den Flugverkehr beklagt. Der Flughafen kümmere sich nicht ausreichend um die Einhaltung der Grenzwerte, warf Anwalt Wolfgang Baumann in der Verhandlung über die Ausdehnung des Nachtflugverbots dem Freistaat und dem Flughafen vor. Nach Messungen der klagenden Anwohner werden bereits heute an einigen Messpunkten in der Einflugschneise der beiden Landebahnen die erst für 2015 prognostizierten Grenzwerte überschritten. Ein Grund dafür sei, dass nachts fast ausschließlich die Süd-Landebahn genutzt werde.
Der Anwalt des Freistaats, Siegfried de Witt, räumte die fast überwiegende Nutzung der Süd-Bahn ein. Sollten Grenzwerte überschritten werden, dann würden die zuständigen Behörden dagegen vorgehen. «Allerdings erst im Februar 2009», fügte de Witt hinzu. Erst dann habe man belastbare Daten, auf deren Grundlage gegebenenfalls reagiert werden könne.
Zuvor hatte der Freistaat am zweiten Tag der Verhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht erstmals öffentlich eine militärische Nutzung des Flughafens Leipzig/Halle eingeräumt. De Witt erklärte, der Transport von US-Soldaten über den Flughafen werde auf Grundlage «militärischer Anforderungen» genehmigt. Diese seien in einem ergänzenden Planfeststellungsbeschluss der Behörden vorgesehen. Der Flughafen sprach bislang stets von zivilen Flugbewegungen. Der Flughafen zählt die Soldaten, die in Leipzig auf ihrem Flug nach Kuwait umsteigen und von dort in ihre Einsatzgebiete im Irak und in Afghanistan gebracht werden, bisher als «Transitpassagiere».
(ddp)
Luftfahrt
Meldungen zu Fluggesellschaften, Flugzeugen und Flughäfen
Copyright © 2008 Yahoo! Alle Rechte vorbehalten.