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Studie: Aggressive Schüler gefährden Lehrergesundheit am meisten

ddp - Freitag, 11. Juli, 02:07 Uhr

Freiburg (ddp). Mediziner der Freiburger Universitätsklinik haben nach eigenen Angaben erstmals analysiert, welche Faktoren Lehrer an Schulen krank machen. Danach ergab eine Untersuchung an rund 1000 südbadischen Lehrkräften, dass offene Feindseligkeit, schwere Beleidigungen und Aggressivität durch Schüler der Einzelfaktor ist, der die Lehrergesundheit «bei weitem» am stärksten belastet. Besonders dramatisch sei die Situation an Hauptschulen. Dort wurden innerhalb eines Jahres mehr als 53 Prozent der Lehrkräfte im Unterricht von Schülern schwer beleidigt oder aggressiv angegangen, wie die Universität Freiburg mitteilt.

Auch Aggressivität und Unzufriedenheit der Eltern hat der Studie zufolge einen sehr negativen Einfluss auf das Wohlbefinden des Lehrers. Aber es gibt auch Faktoren, die die Lehrergesundheit fördern: Dazu gehören positive Rückmeldungen von Schülern oder Eltern, aber auch die gegenseitige Unterstützung, die sich Lehrkräfte innerhalb des Kollegiums geben. Vor allem weibliche Lehrkräfte bleiben gesund, wenn das kollegiale Klima gut ist. Männliche Lehrkräfte profitieren vor allem, wenn sie von ihrer Schulleitung Unterstützung bekommen.

Die Freiburger Mediziner betonen, dass die Fähigkeit, auch mit schwierigen Schülern «gelingende Beziehungen» zu gestalten, mittlerweile eine «Kernkompetenz des Lehrerberufs» sei. Die Ausbildung von Lehrern werde den hohen Anforderungen an die Beziehungskompetenz in diesem Beruf jedoch nicht gerecht. Viele Lehrkräfte seien zwar fachlich gut, hätten aber nicht gelernt, gegenüber Schülern wirksam aufzutreten. Damit seien sie nicht nur «ineffiziente Ausbilder, sie verschleißen sich auch selbst und werden schneller krank», heißt es.

(ddp)

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