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Mit proteinreicher Nahrung fliegen Hummeln und Wespen schneller

ddp - Freitag, 11. Juli, 14:35 Uhr

Heidelberg (ddp). Die Körpertemperatur von Wespen und Hummeln erhöht sich bei der Aufnahme von proteinreicher Nahrung und führt zu einer schnelleren Fluggeschwindigkeit. Das haben US-amerikanische Forscher bei Experimenten mit den Fluginsekten herausgefunden. Da die Tiere die proteinreiche Nahrung an ihre Larven im Nest verfüttern und nicht selbst verspeisen, vermuten die Biologen, dass der Temperaturanstieg keine natürliche Reaktion des Stoffwechsels darstellt, sondern auf eine gezielte Verhaltensweise zurückgeht. Über ihre Ergebnisse berichten Megan Eckles von der Universität von Kalifornien in San Diego und ihre Kollegen im Fachmagazin «Naturwissenschaften» (DOI: 10.1007/s00114-008-0384-x).

Ihren enormen Appetit auf proteinreiche Nahrung stillen Wespen, in dem sie Tierkadaver und andere Insekten fressen. Die Wissenschaftler untersuchten an hawaiianischen Kurzkopfwespen, ob die verhaltensgesteuerte Erwärmung der Tiere deren Fähigkeiten als Räuber verbessert. Die Forscher stellten dazu unterschiedlich dosiertes, pulverisiertes Hühnchenfleisch in 20 Metern Entfernung von Wespennestern auf und bestimmten die Temperatur der Wespen per Infrarotstrahlung, während diese ihre Beute einsammelten. Je geringer konzentriert das Fleisch war, desto geringer war der Temperaturanstieg und desto mehr Zeit verbrachten die Wespen mit der Suche nach alternativen Futterquellen, stellten die Forscher fest.

Die Wespen erzeugten kurz nach dem Auffinden der Beute schnelle Vibrationen mit ihren Flugmuskeln, wodurch auch die Körpertemperatur anstieg. Da der Kraftausstoß der Flugmuskeln bis zu einer bestimmten Grenze proportional mit der Muskeltemperatur ansteigt, erhöht sich so auch die Fluggeschwindigkeit der Tiere. Dadurch können die Insekten ein Gebiet schneller nach Nahrung absuchen und in kürzerer Zeit in ihre Nester heimkehren.

Ein ähnliches Experiment machten James Nieh von der Universität von Kalifornien in San Diego und seine Kollegen bei Hummeln. Auch hier führte eine erhöhte Proteinkonzentration in der Nahrung zu einem Temperaturanstieg. Hummeln teilen im Gegensatz zu Wespen ihren Artgenossen mit, wenn sie eine besonders gute Futterquelle finden. Da Hummeln sehr empfindlich für Orte mit erhöhter Temperatur in ihrer Kolonie sind, nehmen die Forscher an, dass dieses Verhalten zudem eine Signalwirkung für Artgenossen hat. Die Wissenschaftler vermuten, dass sich das Verhalten schon vor mehreren Millionen Jahren entwickelt hat, da diese gezielte Temperaturzunahme bei zwei so entfernt verwandten Arten auftritt.

(ddp)

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