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Reisende wiesen vor Kölner ICE-Unfall auf Geräusche hin

ddp - Freitag, 11. Juli, 18:15 Uhr

München (ddp). Bahnreisende haben einem Medienbericht zufolge vor dem ICE-Unfall im Kölner Hauptbahnhof die Zugbegleiter auf ungewöhnliche Geräusche hingewiesen. Der Kölner Staatsanwaltschaft lägen sechs entsprechende Zeugenaussagen vor, berichtete die «Süddeutsche Zeitung» (Samstagausgabe). Fünf der Zeugen hätten das Zugpersonal des ICE 518 kurz nach dem Verlassen des Bahnhofs Frankfurt-Flughafen auf «Klappergeräusche» aufmerksam gemacht.

Die Reisenden hätten im Wagen 23 gesessen, der später verunglückt sei, berichtete die Zeitung. Sie hätten sich gleich nach dem Unfall in Köln bei der Bundespolizei gemeldet. Nach ihren Darstellungen soll ein Zugbegleiter ihnen gesagt haben, die Geräusche seien «normal». Der Zug sei dann auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Köln weitergefahren und habe Geschwindigkeiten von mehr als 300 Stundenkilometern erreicht.

Ein sechster Zeuge meldete sich dem Bericht zufolge erst später bei der Polizei. Er sei in Siegburg ausgestiegen und hatte den Zugbegleiter auf die Geräusche aufmerksam gemacht. Seine Warnung sei offenkundig ernst genommen worden. Wie das Blatt aus Bahn-Kreisen berichtet, suchte das Zugpersonal auf der Fahrt nach Köln dann nach der Ursache der Geräusche. Bei der Ausfahrt aus dem Kölner Hauptbahnhof habe dann ein Zugbegleiter kurz vor dem Einschwenken auf die Hohenzollernbrücke die Notbremse gezogen. Wagen 23 sei dabei aus den Schienen gesprungen.

(ddp)

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