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Evangelische Kirche mahnt mehr Verantwortung von Unternehmern an

ddp - Mittwoch, 9. Juli, 13:23 Uhr

Berlin (ddp). Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, hat Unternehmer zu mehr sozialer Verantwortung aufgerufen. Das «Verständnis von verantworteter Freiheit steht im Widerspruch zu einer bloßen Orientierung an der Gewinn- und Nutzenmaximierung», sagte Huber bei der Vorstellung der EKD-Denkschrift «Unternehmerisches Handeln in evangelischer Perspektive» am Mittwoch in Berlin. Er mahnte, auch heute noch «die Kraft des Marktes als Wohlstandsmotor mit dem Prinzip des sozialen Ausgleichs zu verbinden». Leitbild sei eine Gesellschaft, «die niemanden ausschließt, sondern alle befähigt und einlädt, ihre Talente zu nutzen».

Die EKD will mit ihrer Denkschrift eine Diskussion über verantwortliches Handeln in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft auf Grundlage biblischer Texte anregen. Der Vorsitzende der Kammer für soziale Ordnung des EKD-Rates, Gert Wagner, betonte, Unternehmer kämen schon bei Einhaltung der Zehn Gebote sehr weit.

Huber kritisierte, es habe in der Vergangenheit Fälle gegeben, wo Großunternehmen aus Gründen der Rentabilität Arbeitsplätze abgebaut und dies teils mit großer «Kaltschnäuzigkeit» präsentiert hätten. In Deutschland spiele aber der klassische Unternehmer eine große Rolle. Als Vorbilder sehe er kleine und mittlere Familienunternehmen, in denen «fachliche Qualität, unternehmerische Verantwortung und soziale Einbettung zusammengehören».

Für die Finanzmärkte forderte er eine größere Transparenz durch Selbstverpflichtungen und eine internationale Vereinheitlichung der Bankenaufsicht. Ferner sei eine ausreichende Grundsicherung notwendig. Hohe Managergehälter schließt die Denkschrift nicht aus. Dazu heißt es aber, die Höhe der obersten Einkommen müsse «prinzipiell auch vor den Empfängern der geringsten Einkommen gerechtfertigt werden können».

(ddp)

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