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Sonderhausen/Weimar (ddp-lth). Ein Grabfund aus dem frühen Mittelalter begeistert Thüringer Archäologen. Bei der Rekonstruktion eines Kirchengrundrisses auf dem Frauenberg bei Sondershausen waren Wissenschaftler am 1. Juli auf eine Grabstelle aus dem achten Jahrhundert gestoßen, wie der Sprecher des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie, Diethard Walter, am Mittwoch in Weimar bei der Präsentation der Fundstücke sagte.
Es handle sich bei dem Grab um den ersten archäologischen Nachweis der Oberschicht des frühen Mittelalters im nordöstlichen Randbereich des ostfränkischen Reiches, betonte Walter.
Es ist das Grab eines 25 bis 30 Jahre alten Mannes, vermutlich eines Adligen. In der Grabstelle fanden die Archäologen kostbare Stücke, unter anderem ein Kurzschwert, dessen Scheide mit Silber beschlagen war, silberne und goldene Wadenbänder, ein Langschwert, einen Schild, Lanzenspitzen und ein Klappmesser. Woran der mit einer Körpergröße von 1,75 bis 1,80 Meter für das frühe Mittelalter stattliche Mann gestorben ist, konnten die Wissenschaftler zunächst nicht mit Sicherheit sagen. Sie vermuten jedoch einen natürlichen Tod angesichts der für die Zeit üblichen geringen Lebenserwartung.
Die Archäologen schließen nicht aus, dass es weitere Gräber im Umfeld des Fundes gibt. Möglicherweise sei das Grab Teil einer adligen Grabeskirche gewesen. Die Funde sollen nun untersucht werden. Bis zu einer Ausstellung der Stücke wird noch mindestens ein Jahr vergehen.
(ddp)
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