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Lebenslange Haftstrafe wegen Mordes an Dolmetscherin

ddp - Freitag, 1. August, 15:17 Uhr

Kempten (ddp-bay). Wegen Mordes an einer Dolmetscherin ist ein 29-jähriger Marokkaner am Freitag zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Kempten sah es in dem Indizienprozess als erwiesen an, dass der Angeklagte seine frühere Deutschlehrerin und Geliebte umbrachte. Der Mann konnte es nach Überzeugung des Gerichts nicht verkraften, dass sich die 39-Jährige von ihm trennen wollte, anstatt ihre Familie zu verlassen. Zudem hatte der Mann mehrfach gegen das Waffengesetz verstoßen.

Die zweifache Mutter war im September 2007 als vermisst gemeldet worden. Erst im Dezember fand ein Angler an einem Weiher bei Börwang im Oberallgäu die mit Ästen bedeckte Leiche der Vermissten.

Während der neun Verhandlungstage belasteten mehrere Indizien den Angeklagten, der bis zuletzt keine Angaben zu den Vorwürfen machte. So sollen Blutspuren auf seiner Kleidung gefunden worden sein, die dem Opfer zugeordnet werden. Außerdem war der Mann der letzte Anrufer auf dem Handy der Frau, nach der mehrere Wochen aufwendig gesucht wurde. Ein weiteres Indiz war ein Film auf dem Computer des Mannes. Der Angeklagte soll sich und die Frau beim Liebesspiel gefilmt und sie später damit erpresst haben.

Ursprünglich war der Mann nur wegen Totschlags angeklagt. Der Vorsitzende Richter Dieter Herrmann gab selbst den Hinweis, dass es sich bei dem angeklagten Delikt auch um Mord handeln könnte. Der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(ddp)

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