ddp
München (ddp-bay). Wegen versuchten Mordes für zwölf Jahre, der 18-jährige Grieche Sypridon L. für achteinhalb Jahre ins Gefängnis. Serkan A. wurde nach Erwachsenenstrafrecht, Spyridon L., der zur Tatzeit erst 17 Jahre alt war, nach Jugendstrafrecht verurteilt. Die beiden hatten am 20. Dezember vergangenen Jahres einen 76-jährigen Mann in einem Münchner U-Bahnhof brutal niedergeprügelt. Das Opfer, ein pensionierter Schulrektor, erlitt dabei Schädelverletzungen und Gehirnblutungen.
In seiner Urteilsbegründung bezeichnete der Vorsitzende Richter Reinhold Baier die Tat als «brutal und kaltblütig». Diese sei an «Rohheit nicht zu überbieten». Die beiden Männer hätten in «erbarmungsloser» und «gnadenloser» Weise zugeschlagen. Ihnen sei bewusst gewesen, dass sie ihrem Opfer tödliche Verletzungen hätten zufügen können. Es liege damit «bedingter Tötungsvorsatz» vor. Die beiden hätten den möglichen Tod des Pensionärs billigend in Kauf genommen. Durch den Alkoholkonsum der beiden vor der Tat sei ihr «natürliches Hemmungsvermögen» zwar eingeschränkt, ihre Steuerungsfähigkeit sei aber nicht beeinträchtigt gewesen. Baier betonte, diese «völlig sinnlose Tat» stünde «auf sittlich niedrigster Stufe».
Mit dem Urteil entsprach das Gericht weitgehend dem Antrag von Staatsanwalt Laurent Lafleur, der in seinem Plädoyer für Serkan A. nach Erwachsenenstrafrecht eine Haftstrafe von zwölf Jahren und für Spyridon L. eine Jugendstrafe von neun Jahren verlangt hatte.
Die Verteidiger von Serkan A. hatten hingegen für ihren Mandanten auch eine Verurteilung nach Jugendstrafrecht gefordert. Einer der drei Anwälte des Türken, Oliver Schmidt, forderte eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung. Anwalt Florian Wurtinger beantragte dagegen eine Strafe, «die vier Jahre nicht überschreitet». Der Verteidiger von Spyridon L. hatte mit Blick auf einen hohen medialen Druck lediglich ein «faires Verfahren» für seinen Mandanten verlangt.
(ddp)
Prozesse
Aktuelle Gerichtsverhandlungen
Copyright © 2008 Yahoo! Alle Rechte vorbehalten.