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WWF kritisiert Abwasserentsorgung von Kreuzfahrtschiffen

ddp - Dienstag, 8. Juli, 12:28 Uhr

Stralsund (ddp-nrd). Die auf der Ostsee kreuzenden Luxusliner entsorgen ihre Abwässer nach Angaben von Umweltschützern größtenteils noch immer unzureichend geklärt auf hoher See. Wie die Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) am Dienstag mitteilte, verpflichteten sich bislang nur 3 von 20 Kreuzfahrtunternehmen dazu, Toiletten- und Abwässer in den Häfen abzupumpen oder an Bord aufzubereiten. Lediglich die Reedereien Peter Deilmann, Hurtigrouten und AIDA Cruises hielten die vom WWF geforderten Standards ein, sagte WWF-Projektleiter Jochen Lamp am Dienstag in Stralsund.

Während immer mehr Fähren ihre Schiffsabwässer umweltgerecht entsorgten, habe der Dachverband der Kreuzfahrtreeder CLIA (Cruise Lines International Association) eine Selbstverpflichtung bislang abgelehnt. Dessen Angaben zufolge sollten zunächst die Abpumpstationen der Häfen an die Entsorgungsanlagen der Schiffe technologisch angepasst werden.

Durch diese «Blockade-Haltung» werde die von biologischen Todeszonen geprägte Ostsee weiter verschmutzt, kritisierte Lamp. So würden nährstoffreiche Schiffsabwässer die Entstehung riesiger Algenteppiche begünstigen. Zwar seien viele Häfen noch unzureichend mit Entsorgungsstationen ausgestattet. Aber auch dort, wo entsprechende Einrichtungen bereitstünden, würden diese nicht genutzt. Die beiden Abwasserentsorgungspunkte am Kreuzfahrtterminal Kiel zum Beispiel seien von keinem der 114 Kreuzfahrtschiffe in Anspruch genommen worden, die 2007 Kiel angesteuert hatten.

Jährlich verkehren bis zu 300 Kreuzfahrtschiffe auf der Ostsee. Schätzungen zufolge gelangen von ihnen pro Jahr rund 100 Millionen Klospülungen und 1,6 Milliarden Liter Schmutzwasser mit 113 Tonnen Stickstoff und 38 Tonnen Phosphor ins Meer.

(ddp)

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