Suche

«An Rohheit nicht zu überbieten»

ddp - Dienstag, 8. Juli, 13:38 Uhr

München (ddp). Die beiden Münchner U-Bahnschläger sind am Dienstag vom Landgericht zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Ein 21 Jahre alter Türke muss wegen versuchten Mordes für zwölf Jahre, ein 18-jährige Grieche für achteinhalb Jahre ins Gefängnis. Die beiden Männer hatten am 20. Dezember vergangenen Jahres einen 76-jährigen Mann in einem Münchner U-Bahnhof brutal niedergeprügelt. Das Opfer, ein pensionierter Schulrektor, erlitt dabei Schädelverletzungen und Gehirnblutungen. Mit dem Urteil entsprach das Gericht weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

In seiner Urteilsbegründung bezeichnete der Vorsitzende Richter die Tat als «brutal und kaltblütig». Diese sei an «Rohheit nicht zu überbieten». Die beiden Männer hätten in «erbarmungsloser» und «gnadenloser» Weise zugeschlagen. Ihnen sei bewusst gewesen, dass sie ihrem Opfer tödliche Verletzungen hätten zufügen können. Es liege damit «bedingter Tötungsvorsatz» vor. Die beiden hätten den möglichen Tod des Pensionärs billigend in Kauf genommen. Durch den Alkoholkonsum der beiden vor der Tat sei ihr «natürliches Hemmungsvermögen» zwar eingeschränkt, ihre Steuerungsfähigkeit aber nicht beeinträchtigt gewesen. Diese «völlig sinnlose Tat» stehe «auf sittlich niedrigster Stufe».

Die beiden Männer hatten vor Gericht die Tat eingeräumt. Sie beteuerten mehrmals, wie leid ihnen alles tue, und entschuldigten sich damit, völlig betrunken gewesen zu sein. Eine Mordabsicht hatten sie aber vehement abgestritten. Eine Überwachungskamera hatte die Tat aufgezeichnet. Die Bilder lösten eine bundesweite Debatte über den Umgang mit jugendlichen Straftätern sowie kriminellen Ausländern aus.

(ddp)

Foren

Video: Wirtschaft

Copyright © 2008 Yahoo! Alle Rechte vorbehalten.