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Freispruch im Prozess um angebliches Krebsmittel Galavit gefordert

ddp - Montag, 7. Juli, 16:50 Uhr

Kassel (ddp). Im Kasseler Betrugsprozess um das angebliche Krebsheilmittel Galavit hat die Verteidigung den Freispruch des Hauptangeklagten verlangt. Der 64-Jährige, der das Millionengeschäft mit dem russischen Immunmodulator eingefädelt hatte, sei von der Wirksamkeit des Medikaments zur Krebsbekämpfung überzeugt gewesen, sagten seine Rechtsanwälte am Montag vor dem Kasseler Landgericht. Wegen der hohen Kosten für Import und Vermarktung von Galavit könne auch der Preis von umgerechnet rund 8500 Euro für eine Behandlung nicht als Wucher bewertet werden, obwohl das Medikament in Russland lediglich 320 Euro gekostet hatte.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den Angeklagten siebeneinhalb Jahre Haft gefordert. Sie sieht in dem Geschäftsmann den Drahtzieher für einen großangelegten Betrug von mehr als 140 Krebspatienten. Zusammen mit den vier anderen Angeklagten soll der 64-Jährige das von der Anklage als wirkungslos eingestufte Medikament zwischen 1999 und 2001 als «Krebswundermittel» zu überhöhten Preisen an todkranke Menschen verkauft haben. Die Verteidigerin eines 47-jährigen mutmaßlichen Mittäters räumte dagegen eine Mitschuld ihres Mandanten ein und plädierte auf eine Bewährungsstrafe von höchstens 21 Monaten.

Die Plädoyers hatten sich am Montagmorgen um mehrere Stunden verzögert, weil die Verteidigung die Vernehmung von mehr als 2000 weiteren Zeugen verlangt hatte. Es sollte sich um Menschen handeln, die sich ebenfalls mit Galavit behandeln lassen wollten, denen aber von dem ebenfalls als Haupttäter angeklagten Arzt davon abgeraten worden sein soll. Hätte die Strafkammer den Beweisantrag nicht abgelehnt, hätte sich das bereits seit 16 Monaten laufende Verfahren auf unbestimmte Zeit verlängert. Jetzt sollen am Dienstag die letzten Plädoyers gehalten werden. Ein Urteil könnte Anfang kommender Woche verkündet werden.

(ddp)

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