ddp
Berlin (ddp-bln). Die UNESCO hat die Siedlungen der Berliner Moderne in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Das entschied das Welterbekomitee am Montag im kanadischen Quebec, wie die deutsche UNESCO-Kommission mitteilte. Die denkmalgeschützten Siedlungen repräsentierten einen neuen Typ des sozialen Wohnungsbaus aus der Zeit der klassischen Moderne und hätten in der Folgezeit beträchtlichen Einfluss auf die Entwicklung von Architektur und Städtebau ausgeübt, hieß es weiter. Durch die Aufnahme der sechs Siedlungen des sozialen Wohnungsbaus der 20er Jahre in die Liste der besonders schützenswerten Kulturgüter kann die Hauptstadt künftig mit drei Welterbetiteln werben.
Aufgenommen in die Welterbeliste wurden die Tuschkastensiedlung Falkenberg, die Wohnstadt Carl Legien in Prenzlauer Berg, die Ringsiedlung in Siemensstadt, die Hufeisensiedlung Britz, die Siedlung Schillerpark im Wedding und in ihrer Nachbarschaft die Weiße Stadt. Sie alle entstanden zwischen dem Ersten Weltkrieg und dem Machtantritt der Nationalsozialisten.
In den Sozialbauten gab es Bäder, Zentralheizungen sowie Balkons oder Loggien. Die Wohnblöcke waren zum damaligen Zeitpunkt nach sozialen und hygienischen Gesichtspunkten geradezu revolutionär organisiert. Ihre Ästhetik und die Grundregeln, nach denen sie Erlebnis- und Funktionsräume organisierten, gelten bis heute als beispielhaft.
Weltweit wurden bereits 851 Natur- und Kulturstätten in die Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt aufgenommen. In Berlin tragen bereits die Schlösser und Gärten Potsdam-Berlin und die Museumsinsel den Welterbetitel.
(ddp)
Copyright © 2008 Yahoo! Alle Rechte vorbehalten.