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München (ddp-bay). Die SPD hat das Vorgehen des bayerischen Verbraucherschutzministeriums im jüngsten Käseskandal kritisiert. Die Lebensmittelkontrolle in Bayern funktioniere «nach wie vor nicht», sagte der bayerische SPD-Verbraucherschutzexperte Herbert Müller am Sonntag in München. Die Staatsregierung habe «hoch und heilig versprochen», Razzien nicht mehr anzukündigen. Im aktuellen Fall sei dies aber doch passiert. Wegen einer möglichen Verwicklung in den Handel mit vergammeltem Käse in Italien wurde am Freitagabend ein kleiner Betrieb im schwäbischen Woringen durchsucht.
In den Medien sei schon am Nachmittag über die geplante Razzia berichtet worden, monierte Müller. Die eigentliche Kontrolle habe aber erst am Abend begonnen. Auf dem Gelände der Firma in Woringen sei es in der Zwischenzeit zu «hektischen Aktivitäten» und «Transportvorgängen» gekommen. «Ein Zeitraum von drei Stunden und mehr ist für ein gut organisiertes Unternehmen sicherlich ausreichend, um belastendes Material abzutransportieren», sagte Müller. Die SPD will nun mit zwei schriftlichen Anfragen an das Ministerium klären, was die Behörde zu welchem Zeitpunkt wusste.
Ministeriumssprecher Roland Eichhorn wies die Kritik als «lächerlich» zurück. Italienische Medien hätten bereits am Freitagmorgen von dem Fall berichtet, sagte Eichhorn auf ddp-Anfrage. Vermutlich handele es sich ohnehin um einen zwei Jahre zurückliegenden Skandal. Insofern sei es «absurd, über Stunden zu reden». «Hätten wir die Medien nicht informiert, dann hätte man uns Geheimniskrämerei vorgeworfen», sagte Eichhorn.
Laut italienischen Medienberichten sollen mehrere Unternehmen systematisch verdorbenen Käse aus Italien zu Schmelzkäse verarbeitet und diesen in Supermärkten angeboten haben. Den Berichten zufolge wurden die vergammelten Reste auch in der schwäbischen Firma aufbereitet. Nach Angaben des bayerischen Verbraucherschutzministeriums könnte es sich dabei um einen Fall handeln, der den italienischen Behörden seit 2006 bekannt ist und bereits verfolgt wurde.
(ddp)
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