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Ärzte stellen kassenärztlichen Bereitschaftsdienst in Frage

ddp - Samstag, 5. Juli, 04:07 Uhr

Halle (ddp-lsa). Nach dem Doppelmord an einem Mansfelder Bereitschaftsarzt und einer Rentnerin stellen die Ärztekammer Sachsen-Anhalts und die Kassenärztliche Vereinigung den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst in seiner jetzigen Form in Frage. Viele Hausbesuche seien aus medizinischer Sicht nicht notwendig, zudem sähen sich die Mediziner nicht selten Aggressionen vor allem betrunkener Patienten ausgesetzt, sagte die Vizepräsidentin der Ärztekammer, Simone Heinemann, der in Halle erscheinenden «Mitteldeutschen Zeitung» (Samstagausgabe).

Eine Lösung sei, sogenannte Fahr- und Sitzdienste auszuweiten. Beide existieren in einigen wenigen Städten schon. Bei Sitzdiensten stellen zum Beispiel Kliniken einen Raum bereit, in dem der kassenärztliche Bereitschaftsarzt Patienten empfängt. Die Begleitung durch einen Fahrer müssen die Mediziner laut Heinemann selbst bezahlen - in ländlichen Regionen mit wenigen Ärzten sei dies nicht finanzierbar. Mit den Krankenkassen soll deshalb über eine finanzielle Beteiligung verhandelt werden, kündigte der Präsident der Kassenärztliche Vereinigung, Burkhard John, an. In diesem Jahr sei die Umstrukturierung jedoch nicht mehr realisierbar.

(ddp)

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