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Großeinsatz für Polizei und Feuerwehr

ddp - Freitag, 4. Juli, 15:39 Uhr

Straubing (ddp). Gewitter mit sintflutartigem Regen und Sturmböen haben in Bayern und Teilen Norddeutschlands zu erheblichen Schäden geführt. Nach Polizeiangaben wurden in der Nacht zum Freitag Keller und Straßen überflutet, Bäume stürzten um, und Blitzeinschläge lösten Wohnhausbrände aus. Teilweise registrierte der Deutsche Wetterdienst Niederschläge von bis zu 38 Litern pro Stunde und Quadratmeter. Im niedersächsischen Kreis Northeim retteten DRK-Mitarbeiter 32 Kinder aus dem stark angeschwollenen Fluss Rhume. Die Gruppe war auf einer Kanutour unterwegs, als sie der heftige Regen überraschte. «Stellenweise war das Unwetter schlimmer als ´Kyrill´», sagte ein Feuerwehrsprecher.

In Niedersachsen und Bremen liefen Keller und Tiefgaragen voll, mancherorts standen die Straßen bis zu 20 Zentimeter unter Wasser. Die Bremer Feuerwehr rückte zu mehr als 50 Einsätzen aus. Ein Autofahrer blieb mit seinem Fahrzeug in einem überfluteten Tunnel stecken und musste befreit werden. Im Kreis Northeim regnete und stürmte es der Feuerwehr zufolge so stark, dass der Regen selbst durch geschlossene Fenster gedrückt wurde. Die Kanalisation konnte zeitweilig die Wassermassen nicht mehr aufnehmen. Gullydeckel wurden aus ihren Verankerungen gespült.

Im schleswig-holsteinischen Halstenbek stürzte nach starkem Regen das Flachdach eines Autohauses ein. Von den 15 Mitarbeitern und Kunden wurde niemand verletzt. Sie hatten zuvor ein Knacken im Dach der Verkaufshalle bemerkt und das Gebäude rechtzeitig verlassen. Auch in der Region Hannover wüteten am Donnerstagabend schwere Gewitter. In Burgdorf-Hänigsen war die Kanalisation mit den enormen Wassermassen nach Angaben der Polizei ebenfalls überfordert. Keller seien vollgelaufen, mehrere Straßen überflutet und die Feuerwehren seit vielen Stunden im Dauereinsatz, sagte ein Polizeisprecher.

Im Süden Deutschlands zog das Unwetter mit Windspitzen der Stärke 10 vor allem über die Regionen Oberfranken, Niederbayern und Schwaben hinweg. In Straubing gingen über 100 Notrufe ein. Vorübergehend fielen sogar die Notrufleitungen aus. Teilweise stand das Wasser mehr als einen Meter hoch in den Kellern.

Durch einen Blitzeinschlag in ein Mehrfamilienhaus in Bayreuth geriet der Dachstuhl in Brand. Es entstand ein Schaden von rund 100 000 Euro. Verletzt wurde niemand. Bei einem Blitzeinschlag in die Bayreuther Schlosskirche kam es nicht zu einem Feuer. Im dortigen Festspielhaus musste der Keller ausgepumpt werden.

In Niederbayern stürzte auf dem Autobahnparkplatz Hidring aufgrund der Windböen ein rund sieben Meter hoher Baum auf ein Auto. Der 68-jährige Fahrer aus Österreich blieb unverletzt.

(ddp)

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