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Schwerin (ddp-nrd). Nach Vorlage einer wissenschaftlichen Untersuchung über Krebserkrankungen im Umfeld der Deponie Ihlenberg (Nordwestmecklenburg) sehen Experten noch Klärungsbedarf. Zwar sei eine erhöhte Häufigkeit von Krebserkrankungen bei den Beschäftigten der Deponie erkennbar, sagte Mitautor Stefan Weiß von der Universität Greifswald am Freitag in Schwerin. Daraus könne jedoch nicht geschlossen werden, dass die Ursache der Erkrankungen der Deponie zuzurechnen sei. Ein Krebsrisiko für die Beschäftigten und die Menschen in der Umgebung könne weder bestätigt noch ausgeschlossen werden.
Für die jetzigen oder ehemaligen Beschäftigten der Deponie im Zeitraum zwischen 1983 und 2004 ergebe die Vorstudie ein moderat erhöhtes Krebsrisiko, sagte der Experte. Unter 460 Beschäftigten seien 13 Krebserkrankungen festgestellt worden. Damit seien die Erkrankungen um das 1,8-fache höher als im statistischen Mittel. Aufgrund der niedrigen Fallzahl liege die erhöhte Krebsrate gerade auf der Grenze, um signifikant zu sein.
Das Ergebnis erlaube derzeit weder einen Rückschluss auf die Ursache des beobachteten Risikos für den Personenkreis noch eine Aussage darüber, ob dieses Risiko aktuell weiterbestehe, hieß es. Die Untersuchungen zur Krebshäufigkeit sollen daher fortgesetzt werden.
«Wir nehmen die Empfehlungen für weitere Untersuchungen durch die Experten sehr ernst», sagte der Geschäftsführer der Gesellschaft für Abfallwirtschaft, Markus Tilgner. Unter anderem würden nun einzelne Arbeitsbereiche der Deponie auf toxikologische Schadstoffbelastungen gezielt kontrolliert. Außerdem sollen die Erkrankungsrisiken in den verschiedenen Arbeitsbereichen, wie beispielsweise Verwaltung und Deponierung, geprüft werden.
Die Belegschaft habe gelassen auf das Ergebnis der Studie reagiert, sagte der Geschäftsführer der Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft, Gerd-Jürgen Bruckschen. Sie fühlten sich nicht gefährdet, da es offenbar keine Auffälligkeiten gebe. Die Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft als Betreiberin der Deponie will in Zusammenarbeit mit dem Institut für Community Medicine der Universität Greifswald ein Programm zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter auf den Weg bringen.
Die Studie wurde 2005 von der Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Altlasten in Auftrag gegeben. Auslöser der Untersuchung war ein seit längerer Zeit bestehender Verdacht, dass Menschen, die auf der Deponie Ihlenberg arbeiten oder in der Nähe wohnen, einem höheren Krebsrisiko ausgesetzt sein könnten.
(ddp)
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