ddp
Berlin (ddp-bln). Innensenator Ehrhart Körting (SPD) will seine Offerte im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes geringfügig nachbessern. Die angebotene Erhöhung der Löhne um einen Festbetrag von 50 Euro könnte etwas vorgezogen werden, sagte Körting am Freitag. Bislang hatte er eine Einmalzahlung von 300 Euro für 2008 und die Zahlung des Sockelbetrags ab Mitte 2009 in Aussicht gestellt. Möglich ist laut Körting ein Vorziehen der Lohnerhöhung um ein oder zwei Monate, nicht aber auf Januar. Ein ver.di-Sprecher sagte, der Vorschlag sei nicht ausreichend, um die Gewerkschaften vor der nächsten Gesprächsrunde am 14. Juli an den Verhandlungstisch zu bekommen.
Körting sagte, er wisse, dass sein Angebot aus Sicht vieler Beschäftigter unzureichend sei. «Aber etwas zu bekommen ist besser, als gar nichts zu kriegen», fügte der Innensenator hinzu. Bei den Verhandlungen gebe es «kaum noch Bewegungsspielraum». Nach Ansicht der GEW-Landesvorsitzenden Rose-Marie Seggelke täuscht Körting damit die Öffentlichkeit. «Das Geld ist da», sagte sie. 638 Millionen Euro nehme Berlin 2008 und 2009 zusätzlich ein - das sei das Sechsfache dessen, was die geforderte Einmalzahlung und ein Sockelbetrag von 70 Euro ab Januar 2009 kosten würden.
Nach Ansicht des ver.di-Sprechers versucht der Senat «auf Teufel komm raus zu sparen». Dabei nehme er auch in Kauf, dass qualifizierte Beschäftigte in andere Bundesländer abwandern, in denen die Tarife bereits seit langem angepasst worden seien. Die Gewerkschaften ver.di, GdP, GEW und IG BAU wollten ursprünglich eine solche Regelung auch für Berlin durchsetzen und hatten für die rund 50 000 Arbeiter und Angestellten des Landes drei Einmalzahlungen und eine Gehaltserhöhung von 2,9 Prozent verlangt.
Für Empörung sorgt bei den Gewerkschaften unterdessen eine Äußerung des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD). Mit Blick auf die Proteste von Streikenden am Donnerstag während der Siegerehrung zum «be berlin»-Wettbewerb hatte er Gewerkschafter als «Querulanten» bezeichnet. Seggelke sagte, damit zeige Wowereit, dass er längst den Kontakt zu den Berlinern mit geringem Einkommen und finanziellen Nöten verloren habe. Der ver.di-Sprecher sagte, die Äußerung sei nicht hilfreich, um den Tarifkonflikt zu beenden. Der GdP-Vorsitzende Eberhard Schönberg schimpfte, die «Querulanten» bewachten Wowereits Amtssitz und beschützten ihn rund um die Uhr.
(ddp)
Copyright © 2008 Yahoo! Alle Rechte vorbehalten.