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Frankfurt/Main (ddp). Die deutsche Wirtschaft hat die Europäische Zentralbank (EZB) aufgerufen, auf ihrer Sitzung an diesem Donnerstag mit einer Zinserhöhung gegen den rasanten Preisanstieg vorzugehen. Ein solcher Beschluss wäre «folgerichtig und angemessen», sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, der «Frankfurter Rundschau» (Donnerstagausgabe). «Die Inflation hat mittlerweile ein Niveau erreicht, bei dem es gilt, die Erwartungen der Unternehmen und der Arbeitnehmer an die Preisentwicklung zu stabilisieren oder sogar zu dämpfen», erklärte Wansleben. Er warnte zugleich vor kräftigen Lohnerhöhungen, die höhere Güterpreise nach sich ziehen würden.
CSU-Chef Erwin Huber rief Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) auf, nicht mit unbedachten Äußerungen die Unabhängigkeit der Geldpolitik zu gefährden. «Ich kann Steinbrück nur davor warnen, politischen Druck auf die Europäische Zentralbank auszuüben», sagte Huber der Zeitung. Nur eine unabhängige Zentralbank könne für Preisstabilität sorgen und die Inflationsgefahr wirksam bekämpfen.
Dagegen bezeichnete der Fraktionschef der Linkspartei, Oskar Lafontaine, den Appell Steinbrücks an die Europäische Zentralbank als richtig. «Die Zinserhöhung kommt zum völlig falschen Zeitpunkt», sagte Lafontaine. Allerdings hielt er Steinbrück mangelnde Glaubwürdigkeit vor. Mit seinem Sparhaushalt komme Steinbrück ebenfalls zur falschen Zeit und verstärke wie die EZB den Abschwung, sagte Lafontaine.
(ddp)
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