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Hallschlag (ddp-rps). Das Ende der seit 20 Jahren andauernden Munitionsräumung auf dem Gelände der ehemaligen Munitionsfabrik Espagit bei Hallschlag im Kreis Vulkaneifel wird von der Landesregierung positiv gewertet. «Es ist ein guter, allerdings auch teurer Tag für die Bevölkerung von Hallschlag und für Rheinland-Pfalz», sagte Innenminister Karl Peter Bruch (SPD) am Mittwoch zum Abschluss des Projektes auf dem Gelände der ehemaligen Fabrik. Die rund 55 Millionen Euro, die in die Räumung investiert wurden, seien aber richtig angelegt, unterstrich der Minister. Er verwies auf eine Überprüfung des Bundesrechnungshofs, der die Räumung als beispielgebend für andere Bereiche wie die noch nicht bewältigten Rüstungsaltlasten in den neuen Bundesländen eingestuft habe.
Die ehemalige Munitionsfabrik, in der Granaten aus dem Ersten Weltkrieg zum Verschrotten auseinandergebaut wurden, war im Mai 1920 aus ungeklärter Ursache explodiert. Erste Räumarbeiten gab es bereits Ende der 20er und Ende der 60er Jahre. Als die von der Altlast weiterhin ausgehenden Gefahren Ende der 80er Jahre bundesweit Thema in den Medien wurden, beschloss das Land schließlich, das Areal komplett zu sanieren.
Bei der fast 20 Jahre dauernden Entmunitionierung wurden auf einer Fläche von insgesamt 70 Hektar über 6300 Granaten gefunden, darunter 506 Giftgasgranaten, und mehr als fünf Tonnen Sprengstoff. Hinzu kommen 55 Tonnen Munitionsteile und 35 Tonnen Zündladungen, die überwiegend mit hochgiftiger Pikrinsäure gefüllt waren. Auf die ursprünglich geplante komplette Sanierung verzichtete die Landesregierung allerdings wegen der immer mehr ausufernden Kosten des Projekts.
Die 13 Hektar große Kernzone der ehemaligen Munitionsfabrik wurde stattdessen lediglich mit Draht, Lava und Mutterboden abgedeckt und wieder bepflanzt. Das mit Sprengstoffresten und Schwermetallen verseuchte Sickerwasser der Region muss deshalb auch weiterhin von einer stationären Reinigungsanlage überwacht und gefiltert werden. Auch dieser nicht vollständig entmunitionierte Teil des Geländes stelle aber keine Gefahr für die Zukunft mehr dar, betonte Bruch.
«Ich bin froh, dass wir die Munitionsaltlast endlich weitgehend weghaben und nichts Gravierendes bei der Räumung passiert ist», sagte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Obere Kyll, Werner Arenz (CDU). Noch mehr Steuergelder auszugeben, um auch noch die letzte Granate herauszubekommen, wäre nicht vertretbar gewesen, fügte er hinzu.
«Es ist alles, was vernünftigerweise getan werden konnte, getan worden», betonte der Chef der rheinland-pfälzischen Kampfmittelräumer, Horst Lenz. Natürlich sei nie auszuschließen, dass das eine oder andere Teil zurückgeblieben sei.
«Tückische Probleme hat es natürlich auch bei der Räumung gegeben», erinnerte sich der verantwortliche Kampfmittelräumer vor Ort, Willi Wehrhausen. Besonders brisant seien der Austritt von flüssigem Hautkampfstoff und der Brand von Phosphormunition in einer Siebanlage gewesen. Nur durch Einsatz des Fachpersonals, zu dem auch rund 20 Experten einer privaten Räumfirma gehörten, habe man das in den Griff bekommen.
(ddp)
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