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Rathenow (ddp-lbg). Eine Plastikschnur ist zwei Jungstörchen aus einem Horst in Rathenow zum Verhängnis geworden. Wie ein Sprecher des Umweltministeriums am Dienstag mitteilte, konnte die Staatliche Vogelschutzwarte von einem der Tiere am vergangenen Freitag nur noch die Knochenreste bergen. Auch der Geschwisterstorch musste wegen abgestorbener Beine und tiefer Fleischwunden eingeschläfert werden. Anwohner hatten zuvor beobachtet, dass sich einer der Vögel im Horst nicht bewegen konnte und den Naturschutzbund informiert.
Störche tragen häufig Garn, Angelsehnen oder andere Kunstfasern in ihre Nester, um diese auszupolstern. «Haben sich die Tiere darin verstrickt, schneidet sich das Material bei den Befreiungsversuchen immer tiefer in den Körper ein», erläuterte der Leiter der Vogelschutzwarte beim Landesumweltamt, Torsten Langgemach. Selbst wenn derart verstrickte Vögel gefunden werden, könnten sie wegen der Schwere der Verletzungen oft nur eingeschläfert werden.
Die Vogelschutzwarte habe in Brandenburg seit Anfang der 90er Jahre 353 durch Garn oder Kunststoff getötete Vögel registriert, sagte Langgemach. Die Dunkelziffer sei weit höher. Unter den 43 betroffenen Arten fänden sich viele seltene und vom Aussterben bedrohte Tiere. Den Weißstorch treffe es am häufigsten, gefolgt vom Kolkraben und Baumfalken.
(ddp)
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