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Westheim/Repperndorf (ddp-bay). Gentechnikgegner haben am Sonntagmorgen nahe Kitzingen ein Genmaisfeld verwüstet. Die Polizei nahm 46 Personen fest. Ihnen wird Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung vorgeworfen, wie Polizeisprecher Heinz Henneberger sagte. Die Aktivisten hatten sich in einem Waldstück nahe Westheim bei Kitzingen versteckt und waren gegen 6.30 Uhr in ein mit Flatterband abgesperrtes und von der Polizei bewachtes Genmaisfeld eingedrungen. Dort zertrampelten sie auf einem Viertelhektar die Pflanzen und rissen sie heraus. Der Sachschaden an dem Feld wird auf rund 600 Euro geschätzt.
Henneberger sagte, die Polizei sei eingeschritten und habe die Täter festgenommen. Dabei habe es zum Teil passiven Widerstand gegeben. Einige Aktivisten hätten weggetragen werden müssen. Dennoch beschrieb er das Verhalten der Gentechnikgegner als friedlich.
Ein Sprecher der Aktivisten lobte den Einsatz der Polizei als zurückhaltend und angemessen: «Wir können uns nicht beschweren. Es lief alles sehr freundlich ab.» Zugleich betonte er, es müsse mit weiteren Zerstörungsaktionen gerechnet werden.
Eine Sprecherin der Genmaisgegner hatte im Vorfeld auf ddp-Anfrage gesagt, ihr sei bewusst, dass solche Aktionen gegen das Gesetz verstoßen. Moralisch sehe man sich aber im Recht und setze sich deshalb bewusst und vorsätzlich darüber hinweg. Für ähnliche Aktionen waren in den vergangenen Jahren Aktivisten wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung zu Geldstrafen von bis zu 600 Euro verurteilt worden.
Polizeisprecher Henneberger sagte: «Wir sind auf weitere Störungen vorbereitet.» Nach ddp-Informationen waren mehrere Hundertschaften am Sonntag im Einsatz, darunter Einheiten der Bereitschaftspolizei. Sie bewachten die Standorte von Genmaisfeldern. Außerdem begleiteten Beamte einen Protestzug von rund 200 Demonstranten, der am Vormittag von Repperndorf aus durch die Felder der Umgebung zog. Zuvor hatte es auf dem Kirchplatz eine Kundgebung gegen Gentechnik gegeben. Mit Reden, Liedern und Luftballons warben Bürger jeden Alters für gentechnikfreie Landwirtschaft. Henneberger sagte, es sei dabei alles «absolut zivilisiert» abgelaufen.
(ddp)
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