ddp
Berlin (ddp). Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), fordert mehr Initiativen im Bereich der Bildung. Die wichtigste Schlussfolgerung für die Integration heiße «alle Kraft in Bildung», sagte Böhmer am Donnerstag im Bundestag bei Beratungen zum 7. Bericht über die Lage von Ausländern in Deutschland. Böhmer appellierte an die Länder, die Selbstverpflichtungen aus dem Nationalen Integrationsplan zu erfüllen «und ihre Kompetenzen gezielt für mehr Bildung und bessere Integration zu nutzen». Dazu gehörten sowohl eine gezielte Elternarbeit, eine stärkere Förderung der Sprachentwicklung in den Kindergärten als auch der Ausbau von Bildungspatenschaften.
Böhmer zog ein positives Fazit der Integrationspolitik. «Deutschland ist Integrationsland», betonte die CDU-Politikerin. Mit Blick auf die umstrittenen Einbürgerungstests sagte die Staatsministerin, Grundvoraussetzung für die volle politische Teilhabe seien «Kenntnisse über unsere Gesellschaft und über die eigenen Rechte». Und genau darum gehe es bei diesen Tests. Wenn nun argumentiert würde, Deutsche könnten die Fragen nicht beantworten, dann sei das kein Argument gegen den Einbürgerungstest, sondern ein Argument dafür, «die Qualität der politischen Bildung zu verbessern».
Der Nationale Integrationsplan umfasst mehr als 400 Maßnahmen und Selbstverpflichtungen, die von Sprachausbildung und erleichterten Ausbildungszugang bis Frauen- und Kulturförderung reichen. Die Bundesregierung stellt dafür jährlich 750 Millionen Euro bereit. Offiziellen Angaben zufolge leben in Deutschland mehr als 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, mehr als die Hälfte sind bereits deutsche Staatsbürger.
(ddp)
Copyright © 2008 Yahoo! Alle Rechte vorbehalten.